Wir sind am 22. Mai von Zürich Flughafen mit einem Car nach Passau in Deutschland gefahren. Unsere Reisegesellschaft ist die Thurgau Travell. In Kloten warteten zwei Busse auf uns, vorwiegend Rentner. Mein erster Eindruck war – ein Altersheim auf Reisen. Doch auch wir sind ja nicht mehr die Jüngsten und passen so ins Mittelfeld. Wir wurden im Voraus gewarnt, dass Punkt 9h 00 am Morgen der Buss abfährt, wer nicht da ist hat Pech gehabt. Wir wurden einem Buss zugewiesen, welcher gar früher losfuhr, andere Personen erwarteten uns am Bahnhof St. Margareten in der Ostschweiz.
Auch in St. Margareten fuhren wir pünktlich weiter bis in die Nähe von München, wo wir unser Mittagessen einnahmen. Das Essen wurde von der Reisegesellschaft organisiert und wir hatten im Vorfeld unsere Wahl zwischen zwei Menues zu treffen. Etwas spät wurde das Essen serviert, doch schafften wir es wieder pünktlich wegzufahren. Bei der Weiterreise kamen wir jedoch etwas in Verzug, Baustellen und Staus behinderten unsere Fahrer. So kam es, dass wir mit etwas Verspätung beim Schiff eintrafen. Die Abfahrt des Schiffes war ca. 15 Minuten nach der ursprünglich angegebenen Zeit. Noch während des Einchecken hiess es schon Leinen los. Wie es sich später herausstellte, waren wir immer etwas später am vorgesehenen Ort wie ursprünglich geplant. Die ganze Nacht wurde durchgefahren, wir schliefen jedoch herrlich.
Am nächsten Tag, den 23. Mai fuhren wir durch die schöne Wachau. Das Wetter war sehr angenehm, ein Grossteil des Morgens verbrachte ich auf dem Sonnendeck. Viele alte Burgen und Kirchen wurden sichtbar, so auch die Ruine der Feste Dürnstein, wo ja König Richard Löwenherz (Robyn Hood) lange gefangen gehalten wurde. Richard Löwenherz nahm ja an einem Kreuzzug teil und wollte nach England zurück, auf der Rückreise wurde er von Gegnern gefangen und sein Aufenthaltsort nach langer Zeit dank des Sängers Blondel entdeckt. Das Lösegeld, welches bezahlt wurde, sei noch heute einzigartig im Betrag.
Vor dem Mittagessen wurde klar, dass wir Wien nicht rechtzeitig erreichen werden. In wien war ja ein Ausflug geplant, welcher von den Gästen schon bezahlt war. Also legte das Schiff in Tulln an, damit wir mit Bussen nach Wien gefahren werden konnten. Auch so wurde der Ausflug in Wien etwas gekürzt, immerhin fand er statt. Wien war voll Touristen, die Empfangsgeräte von Sugi und mir funktionierten nicht zufriedenstellend, so dass wir die Stadtführerin nur teilweise verstanden. Dennoch sahen wir einiges von der schönen Stadt und hörten einiges über die Habsburger, deren Vorfahren mir als Aargauer wohlbekannt waren. Die Habsburg, die Stammburg der Habsburger liegt ja bei Brugg im Aargau, auch wurden die Herzen der verstorbenen Könige teilweise im Kloster Muri im Freiamt beigesetzt, was auch die Stadtführerin etwas widerwillig auf die Frage eines anderen Teilnehmer bestätigte. Es geht ja das Gerücht um, dass die alten Schweizer den Habsburgern so viel Land weggenommen hätten, dass sie es nicht mehr ausbreiten konnten. Sie mussten es aufschichten, deshalb die hohen Berge in der Schweiz.
Am 24. Mai fuhren wir nach Budapest, wo wir am Morgen um 10h eintrafen. Budapest ist eine schöne Stadt, leider konnten wir nur einen Teil besichtigen. Unsere Tour konzentrierte sich auf den Stadtteil Pest mit dem Parlamentsgebäude, dem drittgrössten der Welt. Zu meinem Erstaunen vernahm ich, dass das zweitgrösste Parlamentsgebäude in Buenos Aires steht, nun ja, als wir in Argentinien lebten war es ja nicht in Betrieb. Unser Stadtführer war ein stolzer Ungar, er nannte uns auch die Namen berühmter Zeitgenossen, welche längst nicht mehr in Ungarn lebten. Auch hier hätte man mehr Zeit verbringen können, um zum Beispiel auch den Burgberg bei Buda zu besuchen. In der Stadt war es jedoch schon so warm, dass wir froh waren auf das kühle Schiff zu kommen.
Am Morgen früh konnte noch ein anderer Passagier ein Wildschwein fotografieren, welches offensichtlich einen Fisch erwischt hatte und ihn auffrass. Leider war seine Handyfoto nicht so scharf.
Auch für den 25. Mai wurden Programmänderungen bekannt gegeben. Wir verlassen ja den Schengenraum und werden wieder kontrolliert. Nach dem ursprünglichen Plan sollten wir in Batina das Schiff verlassen und mit dem Bus zum Naturschutzgebiet Kopacki rit gefahren werden. Statt dessen wurden wir mit dem Schiff bis Aljmas gefahren und von dort zum Feuchtgebiet Kopacki rit gefahren. Die Besichtigung des Schlosses Ticves wurde gestrichen. Wir unternahmen erst eine kleine Wanderung (ca. 20 Minuten) auf Holzstegen durch das Feuchtgebiet, um zu einem kleinen Hafen zu kommen, wo Elektroboote auf uns warteten. Die wenig marschtüchtigen Personen wurden mit dem Bus zu dieser Anlegestelle gefahren. Nun folgte eine kurze Fahrt im Elektroboot, vorbei an zahlreichen Vögeln wie Kormorane, Reiher, Enten und Adler, die kleineren Vögel wurden gar nicht beachtet. Es war wirklich schön und alle waren begeistert. Bei der Rückreise zum Schiff hilten wir noch in einem Dorf bei einem Fischer, welcher uns verschiedene alkoholische Getränke zum Versuchen gab. Auch demonstrierte er uns das Netzfischen und zeigte Bilder eines einheimischen Brauches, welches zum Frühjahrsbeginn stattfindet. Dabei werden von den männlichen Bewohnern Schaffelle und Masken getragen, welche stark an die Lötschentaler Tschäggete erinnern. Zum Mittagessen waren wir wieder auf dem Schiff.
Nachmittags fuhren wir an Vukovar vorbei, wo die Kriegsschäden am Wasserturm wie auch an verschiedenen Gebäuden noch sichtbar waren. Schon am Morgen sah man aus dem Bus verschiedene zerstörte Gebäude aus der unglücksseligen Zeit des Jugoslavienkrieges, als sich Serben und Kroaten aufs Bitterste bekämpften. Im Prinzip war es auch ein Religionskrieg, sind die Serben doch orthodoxe Christen, die Kroaten romgläubige Katholiken. Ja, noch heute gilt: „Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein“.
In Folge PC – Probleme kann ich diesen Beiträgen keine Bilder zufügen. Habe schlicht nicht alles notwendige Material in der Schweiz eingepackt, so dass ich die Bilder der Kamera nicht auf die Festplatte kriege. Aber es gibt Schlimmeres.