2026 06.01. Rückflug nach Zürich

Nun war es soweit, unsere Ferien auf dem Schiff gingen zu Ende. Am Morgen früh hatten wir die Kabinen zu räumen, die neuen Gäste werden ja erwartet. Das Gepäck staute sich im Saloon, mit farbigen Bändern für jedes Deck markiert. Noch gab es das letzte Frühstück und dann hiess es warten bis kurz vor Mittag. Vor Mittag verliessen wir das Schiff, Deck für Deck und wurden zum entsprechenden Buss geführt. Die Busse fuhren uns durch die beschäftigte Stadt zum Flughafen, welcher fast eine Stunde ausserhalb Constanta liegt.

Der Flughafen ist recht gross, doch nicht ein Flugzeug stand dort. Zum Einchecken gab es vier Schalter, zum Röntgen des Handgepäcks waren zwei moderne Scanner in Betrieb. In der Abflughalle gab es vier Gates, doch das ganze Flugfeld war leer. Alles für die Zukunft gebaut, gemäss Informationen landern gelegentlich vier bis sechs Flugzeuge pro Tag. Aber sie rechnen mit einem Aufschwung an Touristen in Zukunft. Nach gut zwei Stunden Wartezeit landete unsere Maschine der Gesellschaft „Edelweiss“, um die neuen Passagiere des Schiffes „Thurgau Prestige“ auszuladen und uns anschliessend mitzunehmen. Mit Bussen wurden wir über das Flugfeld zum Flugzeug gefahren, welches etwa 50 Meter entfernt wartete. Denke dass wir zu Fuss schneller beim Flugzeug angekommen wären, welches über zwei Treppen bestiegen wurde. Das ganze Flugzeug wurde von der Thurgau Travel gechartert zwecks Austausch der ca. 160 Passagiere, Luxus pur. Nach nicht ganz zwei Stunden landeten wir nach einem ruhigen Flug in Zürich.

Es war eine interessante Reise durch recht unterschiedliche Länder. Speziell aufgefallen ist mir dass jedes Land seine Zukunft verschieden anpackt. Die meisten Länder waren bis vor kurzem postkommunistisch und die Entscheidungsfreudigkeit ist recht unterschiedlich. Das Land, welches am meisten zukunftsorientiert ist, ist klar Rumänien. Man spührt den Willen etwas anzupacken. Auch hier liegen Industriegebiete brach, die Leute müssen sich umorientieren. Aber überall wird renoviert oder Neues gebaut, man will vorankommen. Die Zukunft wird es zeigen.

2026 05.31. Constanta

Schon sind wir am Ende unserer Reise, morgen verlassen wir unser Schiff. Vor zwei Tagen besuchten wir ja noch Bukarest, wobei wir mit einem Bus dorthin fuhren. Wir sahen eines der grössten Regierungsgebäude der Welt, welches ja vom grössenwahnsinnigen Diktator geplant und erstellt wurde. Interessanterweise hat Rumänien eine andere, positivere Lebenseinstellung wie die anderen Balkanländer, schon die Reiseleiter klagen weniger. Es ist auch mehr Aufbruchsstimmung in Bukarest spührbar, mehr Bautätigkeit, mehr Renovationen. Wir besuchten auch das Dorfmuseum in Bukarest, ein kleines Ballenberg, hat uns sehr gefallen. Natürlich gab es auch die üblichen Prachtsbauten zu bewundern wie die Oper, die Staatsbank, diverse Regierungsgebäude um immer wieder bessere Schulen. Von Bukarest fuhren wir Richtung Donau weiter unten Richtung Meer, wo wir unser Schiff wieder bestiegen.

Nachts fuhren wir weiter bis Braila, von wo wir mit dem Bus nach Tulcea im Donaudelta fuhren. Dort stieg ein Teil der Ausflügler in ein grösseres Schiff um, wo sie ins Delta fahren konnten. Diese Ausflügler konnten auch auf dem Schiff ihre Mittagsmahlzeit einnehmen. Wir hatten indess einen Ausflug auf kleinen Schnellbooten gebucht, auf solch einem Schiffchen hatten gerade 6 – 8 Passagiere Platz. Leider erwischten wir gerade einen Regentag, das Wetter war nicht optimal. Dennoch konnten wir von unserem Schnellboot verschiedene Reiherarten sichten, auch sahen wir Pelikane, wenn auch auf Distanz. Auch einen Eisvogel im Flug konnten wir beobachten. Bei einem Seeadler auf einem Baum wurde gar unser Bootsführer unruhig und schoss seine Fotos mit dem Handy. Wir besichtigten auf Distanz auch die Fischerhütten russigsprachigen Einwohnern dieses Delta wie auch Schnitzereien dieses Volkes. Es soll sich um blonde, grosse Menschen handeln, welche noch russisch sprechen und eine eigenene Religion haben. Denke dass es sich um Nachfahren der Vikinger handelt, welche ja aus Skandinavien Richtung Konstantinopel zogen und Handel betrieben. Die Vikinger waren ja massgeblich an der Gründung des russischen Volkes beteiligt, was nicht allen immer präsent sein dürfte. Unser rumänischer Reiseleiter anlässlich dieses Ausfluges war eindeutig lateinischer Herkunft, auch wenn er ausgezeichnet Deutsch sprach. Trotz des Regens war dieser Ausflug ein gelungener Tag, auch wenn wir ausgerechnet die sonnigen Stunden beim Mittagessen in einem Lokal verbrachten. Auf der Rückreise im Bus erwischte uns die nächste Regenfront, erst in Braila gab es wieder Sonne. Die Teilnehmer, welche mit dem grossen Schiff im Delta unterwegs waren, konnten ihren Ausflug nicht so rühmen, sie sahen fast keine Vögel und wenn, dann auf grosseb Distanz.

In der Nacht fuhren wir von Braila durch den Donau – Schwarzmeerkanal nach Constanta, wo wir ca. 10h morgens ankamen. In Constanta fuhren wir quer durch den grossen Hafen, wirklich beeindruckend. Schon bekamen wir die Ausstiegsinformationen, morgen geht es ja im Flieger zurück nach Kloten.

Ein kurzer Besuch durch Constanta rundete das Programm ab. Wochenende und Kindertag bescherte uns viel Volk auf den Strassen. Die Altstadt von Constanta ist relativ klein, allzu viel gab es nicht zu sehen. Wir fuhren noch zu einem Weingut ausserhalb der Stadt zur Weinprobe. Um so grösser war das Abschiedsessen, welches wir anschliessend auf dem Schiff bekamen.

2026 05.28. Rousse

Nach dem Besuchs Belgrad sind wir am nächsten Tag durch das Eiserne Tor Richtung Rousse gefahren. Der erste Tag nach Belgrad war nur Schiffsfahrt, ohne Anzuhalten mit Ausnahme der Schleusen. Die Gegend war sehr schön, ja richtig romantisch mit den Felsen, Burgen und Klöstern. Nach dem Eisernen Tor wurde die Landschaft flacher, auf dem Fluss merklich weniger Schiffe. Die Flussfahrtsschiffe beschränken sich auf wenige Exemplare, offenbar kehren die Meisten in Belgrad um Richtung Wien – Passau. Heute sah ich die ersten Pelikane auf der Donau. Wir fuhren bis Rousse, wo wir am späten Morgen kurz vor 11h anlegten. Erst hatten aussteigende Passagiere über 5 (fünf) bereits angelegte Schiffe ans Ufer zu gehen, unser Ausflug war jedoch erst auf den Nachmittag geplant. Während des Mittagessens erfolgte die grosse Verschiebung der Schiffe, wir wurden das zweite Schiff vom Ufer her gesehen. Ein Teil der Schiffe fuhr weg, welche Richtung für mich unklar.

Um 14h starteten wir zu unserem Kurzausflug Richtung Felskirchen. Wir wurden wieder auf drei Busse verteilt und fuhren durch Rousse ins Landesinnere, wo wir vermutlich bei Ivanovo eine Felsenkirche besuchten. Aus dem Tal ging ein einfacher Weg hoch zum ehemaligen Männerkloster, wobei wir erst an der Schlafhöhle der damaligen Mönche vorbei kamen. Gute 100 Meter weiter hinten kam die Höhle, wo sich die Kirche des damaligen Klosters befand. Die Kirche war noch mit Fresken ausgeschmückt, wohl etwas verbleicht und auch zerrissen, vermutlich durch Erdbeben. Bulgarien ist ja kein vermögendes Land, so dass die Finanzen zum Erhalt dieser Kulturstätte nicht gegeben ist. Schon der Weg (T2 – T3) war für ältere Teilnehmer eine echte Herausforderung, zum Glück war das Wetter trocken, ansonsten wären nicht 50% in der Lage gewesen, diesen Ort zu besuchen. Von der Kirche sah man ca. 50 Meter eine Felswand hinunter ins Tal.

Nach dem Besuch der Kirche fuhren wir nach Rousse zurück, einem vergammelten Städtchen, wohl mit Hochschulen und Oper, doch ungepflegten Häusern. Wie uns die Reiseleiterin erklärte, fehlt es der Bevölkerung schlicht an Geld. Bulgarien ist wohl in der EU und hat seit kurzem den Euro als Zahlungsmittel, besitzt doch wenig Industrie und die Jugend wandert ab in besser gestellte Länder. Die Rente für ältere Personen beträgt ca. 350 Euro pro Monat.

Morgen fahren wir auf die gegenüber liegende Flussseite und besuchen Bukarest, die Hauptstadt Rumäniens. Dann werden wir fast den ganzen Tag vom Schiff entfernt sein.

2026 05.26. Belgrad

Des Abends wurden wir noch von der serbischen Grenzkontrolle geprüft und alle Passagiere wurden mit ihren Pässen verglichen. Dies geschah in Novi Sad, wo einige Passagiere einen Nachtausflug machten. Wir bevorzugten zu schlafen.

Am Morgen gegen 8h erreichten wir die serbische Hauptstadt Belgrad, welche am Zusammenfluss der Save und der Donau liegt. Der Ankerplatz ist in der Save, einem recht schmutzigen Fluss, jeder Dreck wird da runtergespühlt. Um 9h starteten wir unseren Ausflug in die serbische Hauptstadt, wieder wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Erst fuhren wir auf einen Hügel, von wo man schön der Zusammenfluss beider Flüsse sehen konnte und wo auch eine alte Befestigungsanlage liegt. Belgrad hat ja eine sehr wechselhafte Geschichte, mal herrschten die Römer, dann slavische Stämme, mal die Habsburger, immer wieder wechselnd mit den Türken. Dann kamen die Kommunisten mit Tito und heute dürfen wieder die Serben ihr Glück versuchen. Wenn man der Reiseleiterin zuhörte, scheinen die Serben auch heute nicht so glücklich zu sein und mögen eine etwas kuriose Ansicht über Demokratie zu haben. So mokiert man sich dass sie nicht in die EU aufgenommen werden und auch nicht den Euro übernehmen durften. Dass die politischen Voraussetzungen nicht gegeben sind, scheint nicht zu interessieren, man ist beleidigt und fühlt sich zurückgestossen. Auch der Tennisspieler Diokovic fühlt sich ja dauernd missverstanden, so scheint es der serbischen Nation zu gehen.

Auf dem Hügel in der alten Festung war auch ein Militärmuseum zu sehen, massenhaft alte Geschütze, Raketenwerfer und Panzer jeder Bauart. Gleich daneben ein Dinopark, Saurier in jeder Form und Grösse, bezeichnenderweise vorwiegend Raubsaurier, weniger Pflanzenfresser. Denke dass schon diese Ausstellungen das sozialistische Erbe zeigen, leider wurden mehr Schwerter wie Pflugscharen geschmiedet, auch wenn man sich immer als friedlicher Bruder darstellen will.

In der Stadt sah man noch Häuser mit Schäden der Bombardierung durch die Nato während des jugoslavischen Bürgerkrieges. Ein Gebäude wollte offenbar der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten Trump, Kushner kaufen, doch der Deal scheint misslungen. Nun wird überlegt, dieses Haus im aktuellen Zustand als Mahnmal stehen zu lassen. Die Stadt ist nicht hässlich, doch fehlt eine gewisse Ausstrahlung.

Wir fuhren noch zur Kathedrale des heiligen Sava, der grössten Kirche Südeuropas und der drittgrössten Kirche der Welt. Zur Zeit wird gerade eine Reliquie in der Kirche ausgestellt, ein Teil des Gürtels von Maria, der Mutter Jesus. Normalerweise befindet sich diese Reliquie in einem Kloster auf dem Berg Athos und ist vorübergehend hier präsentiert. Die Kolonne der Pilgerer, welche in der heissen Sonne anstanden und langsam bergwärts wanderten war kilometerlang. Da gab es alte Leute, junge Leute mit Kleinkindern, Gelähmte und solche mit anderen Gebresten, welche sich langsam ihrem Ziel näherten. Da wir nicht so fromm waren und auch unsere Zeit begrenzt war, fuhren wir mit dem Bus zu einem Nebeneingang der Kirche und betraten sie von dort. Die relativ neue Kirche, Ende Bauzeit 2004, wurde zu einem grossen Teil vom russischen Brudervolk finanziert und strotzt von Goldverkleidungen. Natürlich wurden die Ikonen in der Kirche von den Gläubigen geküsst, selbst zur Coronazeit, wie uns die Tourenführerin versicherte. Niemand habe sich beklagt, Corona durch das Küssen einer Ikone bekommen zu haben. Ja, ein Glaube kann Berge versetzten.

Zum Nachmittagsausflug in ein Künstlerdorf haben wir uns zum Glück nicht angemeldet. Wir leiden schon genug in der kühlen Kabine, die Hitze ist enorm und wir uns nach dem kühlen Mai 2026 noch nicht so gewohnt.

2026 05.25. Donau – Reise Teil 1

Wir sind am 22. Mai von Zürich Flughafen mit einem Car nach Passau in Deutschland gefahren. Unsere Reisegesellschaft ist die Thurgau Travell. In Kloten warteten zwei Busse auf uns, vorwiegend Rentner. Mein erster Eindruck war – ein Altersheim auf Reisen. Doch auch wir sind ja nicht mehr die Jüngsten und passen so ins Mittelfeld. Wir wurden im Voraus gewarnt, dass Punkt 9h 00 am Morgen der Buss abfährt, wer nicht da ist hat Pech gehabt. Wir wurden einem Buss zugewiesen, welcher gar früher losfuhr, andere Personen erwarteten uns am Bahnhof St. Margareten in der Ostschweiz.

Auch in St. Margareten fuhren wir pünktlich weiter bis in die Nähe von München, wo wir unser Mittagessen einnahmen. Das Essen wurde von der Reisegesellschaft organisiert und wir hatten im Vorfeld unsere Wahl zwischen zwei Menues zu treffen. Etwas spät wurde das Essen serviert, doch schafften wir es wieder pünktlich wegzufahren. Bei der Weiterreise kamen wir jedoch etwas in Verzug, Baustellen und Staus behinderten unsere Fahrer. So kam es, dass wir mit etwas Verspätung beim Schiff eintrafen. Die Abfahrt des Schiffes war ca. 15 Minuten nach der ursprünglich angegebenen Zeit. Noch während des Einchecken hiess es schon Leinen los. Wie es sich später herausstellte, waren wir immer etwas später am vorgesehenen Ort wie ursprünglich geplant. Die ganze Nacht wurde durchgefahren, wir schliefen jedoch herrlich.

Am nächsten Tag, den 23. Mai fuhren wir durch die schöne Wachau. Das Wetter war sehr angenehm, ein Grossteil des Morgens verbrachte ich auf dem Sonnendeck. Viele alte Burgen und Kirchen wurden sichtbar, so auch die Ruine der Feste Dürnstein, wo ja König Richard Löwenherz (Robyn Hood) lange gefangen gehalten wurde. Richard Löwenherz nahm ja an einem Kreuzzug teil und wollte nach England zurück, auf der Rückreise wurde er von Gegnern gefangen und sein Aufenthaltsort nach langer Zeit dank des Sängers Blondel entdeckt. Das Lösegeld, welches bezahlt wurde, sei noch heute einzigartig im Betrag.

Vor dem Mittagessen wurde klar, dass wir Wien nicht rechtzeitig erreichen werden. In wien war ja ein Ausflug geplant, welcher von den Gästen schon bezahlt war. Also legte das Schiff in Tulln an, damit wir mit Bussen nach Wien gefahren werden konnten. Auch so wurde der Ausflug in Wien etwas gekürzt, immerhin fand er statt. Wien war voll Touristen, die Empfangsgeräte von Sugi und mir funktionierten nicht zufriedenstellend, so dass wir die Stadtführerin nur teilweise verstanden. Dennoch sahen wir einiges von der schönen Stadt und hörten einiges über die Habsburger, deren Vorfahren mir als Aargauer wohlbekannt waren. Die Habsburg, die Stammburg der Habsburger liegt ja bei Brugg im Aargau, auch wurden die Herzen der verstorbenen Könige teilweise im Kloster Muri im Freiamt beigesetzt, was auch die Stadtführerin etwas widerwillig auf die Frage eines anderen Teilnehmer bestätigte. Es geht ja das Gerücht um, dass die alten Schweizer den Habsburgern so viel Land weggenommen hätten, dass sie es nicht mehr ausbreiten konnten. Sie mussten es aufschichten, deshalb die hohen Berge in der Schweiz.

Am 24. Mai fuhren wir nach Budapest, wo wir am Morgen um 10h eintrafen. Budapest ist eine schöne Stadt, leider konnten wir nur einen Teil besichtigen. Unsere Tour konzentrierte sich auf den Stadtteil Pest mit dem Parlamentsgebäude, dem drittgrössten der Welt. Zu meinem Erstaunen vernahm ich, dass das zweitgrösste Parlamentsgebäude in Buenos Aires steht, nun ja, als wir in Argentinien lebten war es ja nicht in Betrieb. Unser Stadtführer war ein stolzer Ungar, er nannte uns auch die Namen berühmter Zeitgenossen, welche längst nicht mehr in Ungarn lebten. Auch hier hätte man mehr Zeit verbringen können, um zum Beispiel auch den Burgberg bei Buda zu besuchen. In der Stadt war es jedoch schon so warm, dass wir froh waren auf das kühle Schiff zu kommen.

Am Morgen früh konnte noch ein anderer Passagier ein Wildschwein fotografieren, welches offensichtlich einen Fisch erwischt hatte und ihn auffrass. Leider war seine Handyfoto nicht so scharf.

Auch für den 25. Mai wurden Programmänderungen bekannt gegeben. Wir verlassen ja den Schengenraum und werden wieder kontrolliert. Nach dem ursprünglichen Plan sollten wir in Batina das Schiff verlassen und mit dem Bus zum Naturschutzgebiet Kopacki rit gefahren werden. Statt dessen wurden wir mit dem Schiff bis Aljmas gefahren und von dort zum Feuchtgebiet Kopacki rit gefahren. Die Besichtigung des Schlosses Ticves wurde gestrichen. Wir unternahmen erst eine kleine Wanderung (ca. 20 Minuten) auf Holzstegen durch das Feuchtgebiet, um zu einem kleinen Hafen zu kommen, wo Elektroboote auf uns warteten. Die wenig marschtüchtigen Personen wurden mit dem Bus zu dieser Anlegestelle gefahren. Nun folgte eine kurze Fahrt im Elektroboot, vorbei an zahlreichen Vögeln wie Kormorane, Reiher, Enten und Adler, die kleineren Vögel wurden gar nicht beachtet. Es war wirklich schön und alle waren begeistert. Bei der Rückreise zum Schiff hilten wir noch in einem Dorf bei einem Fischer, welcher uns verschiedene alkoholische Getränke zum Versuchen gab. Auch demonstrierte er uns das Netzfischen und zeigte Bilder eines einheimischen Brauches, welches zum Frühjahrsbeginn stattfindet. Dabei werden von den männlichen Bewohnern Schaffelle und Masken getragen, welche stark an die Lötschentaler Tschäggete erinnern. Zum Mittagessen waren wir wieder auf dem Schiff.

Nachmittags fuhren wir an Vukovar vorbei, wo die Kriegsschäden am Wasserturm wie auch an verschiedenen Gebäuden noch sichtbar waren. Schon am Morgen sah man aus dem Bus verschiedene zerstörte Gebäude aus der unglücksseligen Zeit des Jugoslavienkrieges, als sich Serben und Kroaten aufs Bitterste bekämpften. Im Prinzip war es auch ein Religionskrieg, sind die Serben doch orthodoxe Christen, die Kroaten romgläubige Katholiken. Ja, noch heute gilt: „Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein“.

In Folge PC – Probleme kann ich diesen Beiträgen keine Bilder zufügen. Habe schlicht nicht alles notwendige Material in der Schweiz eingepackt, so dass ich die Bilder der Kamera nicht auf die Festplatte kriege. Aber es gibt Schlimmeres.

2025 10.19. Cambria

Heute ist der letzte Tag unserer langen Reise quer durch Kanada, hoch nach Alaska und nochmals quer durch die USA. Es wird Zeit heimzukehren, in 24 Stunden in etwa landen wir in Kloten. Aus dem sonnigen Kalifornien in die verregnete Schweiz. Trotzdem, wir freuen uns.

Gestern waren wir noch etwas Spazieren an der nebelumhüllten Pazifikküste. Der Nebel hing über die ganze Küste, aber 100 Meter landeinwärts war Sonnenschein. Eine eigenartige Stimmung, sie erinnerte mich stark an den Anfang der Erzählung des kalifornischen Schriftstellers Jack London „Der Seewolf“. Auch solche Stimmungen haben ihren Reiz, viele Personen wanderten der Küste entlang und suchten schöne Steine.

Nachmittags fuhren wir noch etwas landeinwärts, von wo man aus der Sierra einen schönen Ausblick hat. Doch der Pazifik war komplett mit Nebel bedeckt, so weit das Auge reichte. Vom Felsen in der Morro – Bucht sah man nur die Spitze. Wir fuhren noch weiter zu einem Bauernhof, wo sie ein „Kürbisfestival“ hatten wie die Gebrüder Jucker in Seegräben am Pfäffikersee. Die Gebrüder Jucker hatten ja diese Idee in den USA abgekupfert. Doch auch hier war es wie das Basiscamp am Mount Everest im Himalaya. Die Nachahmer übertreffen das Original. Juckers Kürbisvestivals übertreffen zumindest das welches ich hier gesehen habe bei weitem.

Zum Schlussauf der Rückfahrt sahen wir noch eine Anti-Trump Demonstration in Cambria. Ja, die USA sind momentan ein tief gespaltenes Land. Ich traff einmal am Strand auf zwei Damen, welche mich beim Fotografieren beobachteten. Im kurzen Gespräch entschuldigten sich diese Damen bei mir für ihren Präsidenten, obwohl ich bei jedem Gespräch Politik vermied. So schön einige Gegenden in Amerika sein mögen, heimisch geworden wäre ich hier wohl nie.

2025 10.17. Hearst Castle

Heute fuhren wir erst zu den Seeelefanten, da am Morgen anderes Licht ist. Wir sahen auch eine grössere Seeelefantenkuh etwas abseits liegen, fast wie tot. Offenbar war sie einem Orca oder Hai entkommen, sie war erheblich verletzt und suchte Ruhe. Bei den anderen Tieren war mehr los, die Morgenkühle liess sie aktiver sein.

Anschliessend fuhren wir zu Hearst Castle. Die Zeitungsmiliardäre Hearst Vater und Sohn (New York Times) erstellten auf einem Berg auf ihrer Ranch eine Villa, wobei sie erst den Gipfel etwas flach sprengen mussten. Man wird knapp über Meereshöhe empfangen und mit einem Autobus auf den Berg gefahren, welcher in etwa die Höhe der Jurakette bei Olten erreicht. Auf der Fahrt hoch kann man Wildtierherden betrachten, die Hearst hatten einen Privatzoo und liessen Wildtiere aus verschiedenen Kontinenten frei auf ihrem grossen Grundstück herumwandern. Die Strasse hoch ist ebenso kurvenreich wie ein Jurapass.

Die Villa auf dem Berg mag vieleicht viele nicht Kunstverständige begeistern, ich mochte mich dafür nicht erwärmen. Alle Zeit- und Baustiele bunt gemischt wie ein Birchermüesli. Als hätte man alle Themenhotels Las Vegas in ein einziges Gebäude zusammengefasst. Der Eintrittsbereich war grichisch – römisch nachempfunden, doch auch altegyptische und arabische Elemente wurden zur Dekoration eingebaut. Die Frontansicht entsprach einer mittelalterlichen Kathedrale mit Türmchen, welche einer portugisischen Kirche nachgebaut wurden. Im Innern ein Speisesaal, welcher zur Dekoration original geschnitzte Chorgestühle an der Wand stehen hatte. Die Villa wurde ja zur Zeit des ersten wie auch zweiten Weltkrieges erbaut, dieses Chorgestühl war wohl eine der Kriegsbeuten wie auch die aufgehängten Gobelins. Viel Geld bedeutet nicht viel Geschmack, das war hier deutlich zu sehen. Herumgeführt wurde man von einer Gruppenleiterin, assistiert von einem Wächter, dass man ja nicht in falscher Richtung geht oder neben dem Teppich steht.

Nach der Besichtigung von Hearst Castle fuhren wir zum alten Dorfkern von Cambria, wo es noch Geschäfte gibt. Das alte Strassendorf ist noch gut erhalten, alles war für Halloween dekoriert. Zum Schluss gingen wir noch zum Bauernmarkt, wo es Gemüse und Früchte gab. Auch eine Schlachterei verkaufte dort grilliertes Fleisch und so erstanden wir dort unser Nachtessen, welches wir zu Hause genossen.

2015 10.16. Cambria

Am Montag Abend fuhren wir nach Santa Clarita, wo wir in Janes Wohnung übernachteten. Es fiel starker Regen, welcher noch am Dienstag Morgen anhielt. Wir reparierten noch einen Wasseranschluss zu einer Toilette, welches einige Zeit beanspruchte, da kein geeignetes (schwereres) Werkzeug vorhanden. Auch war der Wasseranschluss recht unhandlich eingebaut, typisch für einen Archidekten, welcher sich nie mit Reparaturen beschäftigen musste. Anschliessend fuhren wir nach Cambria, wo Jane ein Ferienhaus besitzt. Cambria, ein kleiner Ort, liegt auf halben Weg zwischen Los Angeles und San Francisco.

Cambria ist ein Walddorf, die Häuser liegen im Wald, welcher durch Strassen erschlossen wurde. Hirsche und Truthhühner wandern durch die Ortschaft und lassen es sich in den Gärten gemütlich gehen. Janes Haus ist ca. 30 Gehminuten vom Pazific – Strand entfernt, Hügel rauf und Hügel runter. Zum Teil ist die Strasse recht steil, Steigung und Gefälle bis 20%, kann somit bei dieser Temperatur zu Fuss recht mühsam werden. Aber am Strand gibt es ja einen grossen Parkplatz, welcher von den Spaziergängern rege benutzt wird. Cambria wird vorwiegend von Rentnern bewohnt, welche sich einen ruhigen Lebensabend wünschen. Das alte Cambria, wo die Geschäfte sind, liegt abseits der Küste in Nähe der Schnellstrasse California 1. Durch die Ortschaft wandern wilde Truthühner und Hirsche, welche recht zutraulich sind und wenig Furcht vor den Menschen zeigen.

Am Strand gibt es ein Pflanzenschutzgebiet, auch der berühmte Monarchfalter lässt sich im Wald nieder. Auch verschiedene Vögel sind zu sehen, Kolibri habe ich jedoch nur ein Exemplar gesehen. Das Gebiet ist unter dem Namen Fiscalini Ranch Preserve bekannt. Gestern besuchte ich kurz mit Sugi dieses Schutzgebiet, doch der Ab – und Aufstieg ist etwas mühsam für sie. Heute morgen war ich allein am Strand und konnte einige Tiere fotografieren.

Nachmittags fuhren wir zu den Seeelephanten weiter nördlich von Cambria. Wir sahen nur weibliche Tiere, welche die Sonne genossen oder etwas im Wasser herumtrödelten. Auch Pelikane liessen sich sehen. Anschliessend besichtigten wir ein Weingut, welches von den Spaniern gegründet wurde und nun dem Zeitungsmiliardär Hearst gehört, welcher ganz in der Nähe auf einem Hügel sein Traumschloss erbauen liess. Nun ja, eine Flasche Rotwein konnte für nur 80 US$ gekauft werden, dennoch etwas zu teuer für meinen Geschmack.

Anschliessend fuhren wir südwärts zur Morro – Bay, wo ein Felsklotz im Hafen steht. Es gibt dort auch ein kleines maritimes Museum. Das Tollste aber waren die Seeotter, welche wir im Hafen sahen, eine ganze Gruppe mit einigen Jungtieren genossen die Abendsonne.

In drei Tagen endet auch unsere Reise und wir werden ab Los Angeles in die Schweiz zurück fliegen. So schön die Reise auch war, langsam freuen wir uns wieder auf das vertraute, vermutlich verregnete Zuhause.

2025 10.13. Valley of Fire – Santa Clarita

Es war ein wunderschöner Morgen, doch wir mussten das Gepäck so packen, dass wir den Camper problemlos abgeben konnten. Nach dem Frühstück ging es erst zur Stelle mit den Felszeichnungen. Anschliessend fuhren wir zum Parkausgang und besichtigten noch den Elefanten beim Parkeingang. Weiter ging es dem Lake Mead entlang nach Henderson bei Las Vegas.

Nach 10h erreichten wir den Abgabeort unseres Fahrzeuges, was problemlos über die Bühne ging. Die Abgabeinspektion dauerte gerade etwa 10 Minuten und wir standen da mit unserem Gepäck, wartend bis Jane mit einem Mietauto erschien. Nun ging es zum Flughafen Terminal 3, wo Christoph und Susi mit ihrem Gepäck ausgeladen wurden. Wir hielten an der ersten Stelle, wo ein freier Platz war und stellten später fest, dass die beiden noch recht weit gehen mussten um die Schalter ihrer Fluggesellschaften zu erreichen. Dazu war allerdings genügend Zeit.

Nach der Verabschiedung fuhren wir weiter Richtung Californien. Jane frug mich noch ob ich das farbige Kunstwerk der sieben Berge (Steine) betrachten möchte, doch sie waren auf der anderen Seite der Autobahn und wir hätten zurückfahren müssen. So verzichteten wir darauf und fuhren stattdessen nach Calico, einer Geisterstadt. In Calico wurde früher Silber abgebaut, was jedoch nicht sehr rentabel war. So wurde der Ort verlassen und später von einem Unterhaltungsunternehmer aufgekauft, welcher nun eine relativ teure Attraktion (8 US$ pro Person) daraus machte. Ich weiss, bald ist Halloween, doch in Calico scheint das ganze Jahr Halloween zu sein. Überall Skelette, teils bekleidet, teils nicht. Allerdings war es meine erste Geisterstadt, welche ich in den USA besuchte. Revolverhelden gab es aber keine wie an anderen vergleichbaren Orten.

Nach Calico fuhren wir weiter Richtung Santa Clarita, wo Jane wohnt. Das Wetter scheint wieder zu wechseln, es blies ein kräftiger Wind, welcher Sandwolken über die Schnellstrasse blies. Auch waren so richtige Föhnwolken zu sehen. Unversehens bekamen wir Wetterwarnungen mit Aufruf zu Evakuieren auf unser Handy. Wir sollten einen Canyon binnen 15 Minuten verlassen. Zum Glück waren wir auf einer harmlosen Autobahn.

Der von vielen so gerühmte gemütliche Verkehr erstaunte mich. Sicher sind die Autofahrer hier viel toleranter, aber welche Verkehrsregeln gelten? Da war es früher in Argentinien doch einfacher, dort galt dass der Stärkere vor dem Schwächeren, das alte Auto vor dem neuen Auto Vortritt hatte. Hier fuhren wir auf einer dreispurigen Strecke auf der ganz linken Spur und überholten ein Fahrzeug auf der ganz rechten Spur, wurden jedoch gleichzeitig von einem Fahrzeug überholt, welches auf der mittleren Spur fuhr. Die Geschwindigkeit des auf der mittleren Spur fahrenden Fahrzeuges konnte problemlos als recht sportlich bezeichnet werden.

2025 10.12. Bryce Canyon – Valley of Fire

In der Nacht regnete es nochmals kurz und heftig. Am Morgen gingen Susi, Christoph und Jane nochmals hoch zur Abbruchkante, um vom Sunrise Point her den Sonnenaufgang zu beobachten. Sugi und ich blieben im Wohnmobil. Es war kalt. Wir frühstückten kurz und fuhren dann los Richtung Valley of Fire Nähe Las Vegas. Nächsten Morgen müssen wir ja unser Wohnmobil in Henderson bei Las Vegas wieder abgeben. Nach gut 2 ½ Stunden erreichten wir den State Park Valley of Fire und wurden dank unserer Reservierung auf einem Campingplatz problemlos eingelassen. Andere Autos mussten auf einen Parkplatz fahren, da vermutlich schon zu viele Fahrzeuge im Park waren. Mit etwas Mühe fanden wir den Stellplatz auf dem Campgrund, welcher etwas schlecht bezeichnet ist.

Wir schlossen die Elektrizität und das Wasser nicht sofort an, da wir noch wegfahren wollten. Im Gegensatz zum Bryce Canyon war die Tagestemperatur hier recht warm. Der Campingplatz beim Bryce Canyon lag über 2400 M.ü.M., der Campingplatz im Valley of Fire gerade auf 700 M.ü.M. Zuerst wollten wir zu Fuss zur nächsten Sehenswürdigkeit gehen. Sugi und Jane beschlossen beim Fahrzeug zu warten, da es ihnen zu warm war. Wir gingen zu einer Stelle, wo eine Holzkonstruktion an einem Felsen zu sehen war. Als wir die Treppe hochstiegen, standen wir plötzlich vor Felszeichnungen. Durch ein Fels Loch waren auf einer hinteren Felswand noch mehr zu sehen. Die Temperatur war uns dann doch zu hoch, um eine weitere Wanderung zu unternehmen.

Wir fuhren anschliessend alle zusammen Richtung Wave, einer bekannten Felsformation. Auch dort auf dem Parkplatz blieben Sugi und Jane beim Fahrzeug zurück, wir anderen gingen trotz der Hitze ca. einen Kilometer zur berühmten Welle. Gewellter Fels in verschiedenen Farbtönen war zu sehen, natürlich auch wieder einige junge Fotomodelle, welche sich in den verschiedensten Positionen ablichten liessen. Auch wir schossen einige Fotos, natürlich ohne Modelle.

Zurück auf dem Campingplatz kochten wir unser letztes Abendessen im Camper. Morgen früh müssen wir ihn ja wieder abgeben und für Susi und Christoph gehen die Ferien zu Ende. Einige wollten noch die gute Duschgelegenheit benutzen, so auch Sugi. Sie ging in der Dunkelheit zur Duschkabine, fand anschliessend im Dunkeln und der etwas schwierigen Strassenführung den Weg zum Camper nicht mehr. Die Jungmannschaft ging sie suchen und fand sie vor einem der Duschhäuser. So ging auch dieses Abenteuer gut aus.