Nach dem Besuchs Belgrad sind wir am nächsten Tag durch das Eiserne Tor Richtung Rousse gefahren. Der erste Tag nach Belgrad war nur Schiffsfahrt, ohne Anzuhalten mit Ausnahme der Schleusen. Die Gegend war sehr schön, ja richtig romantisch mit den Felsen, Burgen und Klöstern. Nach dem Eisernen Tor wurde die Landschaft flacher, auf dem Fluss merklich weniger Schiffe. Die Flussfahrtsschiffe beschränken sich auf wenige Exemplare, offenbar kehren die Meisten in Belgrad um Richtung Wien – Passau. Heute sah ich die ersten Pelikane auf der Donau. Wir fuhren bis Rousse, wo wir am späten Morgen kurz vor 11h anlegten. Erst hatten aussteigende Passagiere über 5 (fünf) bereits angelegte Schiffe ans Ufer zu gehen, unser Ausflug war jedoch erst auf den Nachmittag geplant. Während des Mittagessens erfolgte die grosse Verschiebung der Schiffe, wir wurden das zweite Schiff vom Ufer her gesehen. Ein Teil der Schiffe fuhr weg, welche Richtung für mich unklar.
Um 14h starteten wir zu unserem Kurzausflug Richtung Felskirchen. Wir wurden wieder auf drei Busse verteilt und fuhren durch Rousse ins Landesinnere, wo wir vermutlich bei Ivanovo eine Felsenkirche besuchten. Aus dem Tal ging ein einfacher Weg hoch zum ehemaligen Männerkloster, wobei wir erst an der Schlafhöhle der damaligen Mönche vorbei kamen. Gute 100 Meter weiter hinten kam die Höhle, wo sich die Kirche des damaligen Klosters befand. Die Kirche war noch mit Fresken ausgeschmückt, wohl etwas verbleicht und auch zerrissen, vermutlich durch Erdbeben. Bulgarien ist ja kein vermögendes Land, so dass die Finanzen zum Erhalt dieser Kulturstätte nicht gegeben ist. Schon der Weg (T2 – T3) war für ältere Teilnehmer eine echte Herausforderung, zum Glück war das Wetter trocken, ansonsten wären nicht 50% in der Lage gewesen, diesen Ort zu besuchen. Von der Kirche sah man ca. 50 Meter eine Felswand hinunter ins Tal.
Nach dem Besuch der Kirche fuhren wir nach Rousse zurück, einem vergammelten Städtchen, wohl mit Hochschulen und Oper, doch ungepflegten Häusern. Wie uns die Reiseleiterin erklärte, fehlt es der Bevölkerung schlicht an Geld. Bulgarien ist wohl in der EU und hat seit kurzem den Euro als Zahlungsmittel, besitzt doch wenig Industrie und die Jugend wandert ab in besser gestellte Länder. Die Rente für ältere Personen beträgt ca. 350 Euro pro Monat.
Morgen fahren wir auf die gegenüber liegende Flussseite und besuchen Bukarest, die Hauptstadt Rumäniens. Dann werden wir fast den ganzen Tag vom Schiff entfernt sein.