2025 10.11. Bryce Canyon

Nachts regnete es zeitweise recht stark. Doch am Morgen war es nur noch bewölkt, Nebel lag auf der Kante des Bryce Canyons. Wir beschlossen trotzdem eine Wanderung zu unternehmen, wobei Sugi im Camper zu bleiben wünschte. Es war ja einer meiner letzten Träume in Nordamerika, eine Wanderung im Bryce Canyon.

Zu viert zogen wir los und wählten zum Abstieg in das Gebiet der Sandsteintürme den Navajo – Trail. Der Bryce Canyon ist ja kein eigentlicher Canyon, sondern eine Abbruchkante. Die aus Sandstein bestehende Kante hat verschiedene Farben, wobei Rot und Gelb Vorrang haben. Man steigt auf angenehmen Wegen ab und ist schnell zwischen Sandsteintürmen, kommt in kleine Schluchten, steigt wieder etwas hoch und steigt wieder ab. Eine fantastische Landschaft öffnet sich. Zum Teil waren die Wege recht schlammig auf Grund der Regenfälle vergangener Nacht. Unsere Schuhe wurden schnell mit Schlamm bedeckt, wir mussten sie später regelrecht waschen.

Es war eine fantastische Wanderung, wir wechselten auf verschiedene Wanderrouten. Alle waren begeistert und fotografierten immerzu. Manchmal begegnete man den gleichen Personen an verschiedenen Stellen, sie stiegen manchmal etwas in den Canyon ab und zurück zum Rand und nahmen den Gratis Shuttle Bus zum nächsten Aussichtspunkt mit Abstiegsmöglichkeit. Einige Personen waren nicht so wandergewohnt, man sah das sofort, wenn sie an den Wänden kleben blieben oder Hilfe benötigten. Der Schwierigkeitsgrad überschritt jedoch nie T2, nicht einmal an den schlammigen Stellen.

Nach 13h, als wir wieder an einer Wegverzweigung standen, beschloss ich zum Camper zurück zu gehen, damit Sugi nicht so lange alleine sei. Hatten wir doch eine Rückkehr um 14h abgesprochen. Auch Susi wollte die Wanderung abbrechen, bei ihr war der Akku des Handys leer und das Fotografieren stark eingeschränkt. Christoph und Jane wünschten noch länger im Canyon zu bleiben und an einer anderen Stelle auszusteigen. Ich nahm an der Abbruchkante den nächsten Shuttle – Bus und war um 14h beim Camper zurück. Zu unserer allgemeinen Überraschung kamen Christoph und Jane gute 5 Minuten vor Susi zurück, es war um 17h. Alle mussten ihre Schuhe waschen gehen. 

Abends hatten wir noch ein spezielles Erlebnis. Sugi, Christoph und ich gingen nochmals hoch zur Abbruchkante am Bryce Canyon. An der Abbruchkante gingen Christoph und ich etwas weiter hoch dem Fairyland – Trail entlang, Sugi wollte allein zurück gehen. Auf einer bestimmten Höhe beschlossen auch wir, zurückzugehen und stiegen auf Wegspuren direkt durch den Wald zu unserem Fahrzeug. Von Sugi keine Spur. Also beschlossen wir sie suchen zu gehen. Wir fanden sie nicht. Wir trennten uns, nachdem Christoph mit Jane telefoniert hatte und die Verschwundene noch nicht aufgetaucht war. Christoph orientierte auch einen Park – Ranger, welcher gerade seine Runde machte. Als Christoph und ich wieder zusammentrafen, telefonierte er nochmals mit Jane. In der Zwischenzeit war Sugi schon länger beim Fahrzeug eingetroffen. Sie hatte wohl den Weg verpasst und hat anschliessend eine Toilette aufgesucht, bevor sie das Wohnmobil erreichte. Ich konnte kein Telefon hören, da meine Hörgeräte sich um Aufladen im Wohnmobil befanden. Christoph hatte sein Mobiltelefon auf lautlos gestellt. So hatten wir noch etwas zum Lachen, nachdem die Geschichte harmlos ausgegangen ist.

2025 10.10. Kanab – Bryce Canyon

Nachdem es in der Nacht geregnet hatte, waren wir nicht sicher, ob wir den Peek a Boo – Slot Canyon besuchen können. Am Morgen war es immer noch bewölkt. Wir telefonierten mit dem Tourenanbieter und vereinbarten eine Zeit um 11h, gemäss welcher es keinen Regen geben soll. Nachdem wir das Gas zum Kochen nachgefüllt hatten, fuhren wir los zum Parkplatz, wo der Tourenanbieter bereits wartete. Der Tourenleiter komme etwas später, in der Zwischenzeit konnten wir den Papierkram noch ausfüllen. Jeder musste unterschreiben, dass er freiwillig auf diese Tour kommt.

Der Tourenleiter, ein junger Mann, zeigte uns das Fahrzeug, ein spezielles Gefährt um im sandigen Gebiet voranzukommen. Wir verteilten uns auf die Sitze und schon ging es los. Sugi nannte den Fahrstil Sandrodeo, bekam jedoch auch Spass daran. An Filmen oder Fotografieren war nicht zu denken, wir mussten uns festhalten. Für diese Piste braucht man 4 – Rad – Antrieb und einige Bodenfreiheit. Unterwegs begegneten wir noch einem Fahrzeug, welches die Piste abfuhr und ein Gerät zum egalisieren der Piste hinter sich herzog. Nach kurvenreicher, holpriger Fahrt kamen wir zu einer Sanddüne. Wo angehalten wurde. Der Reiseleiter lud einige Sandboards ab und Christoph wagte eine Fahrt die Düne hinab. Jane fuhr etwas Schlitten mit einem anderen Board.

Anschliessend fuhren wir zum Canyon. Wir wanderten im Sand durch den mal breiteren, mal schmäleren ausgeschliffenen Canyon. Erst zeigte uns der Führer versteinerte, kleine Seesterne, das Gebiet war ja früher einmal ein Meer. Die Wände wuchsen zusehends in die Höhe. Er zeigte uns Stellen, wo vor kurzem noch Sand war, heute weggespült. Nur schon in einer Woche hatte sich der Canyon verändert. Offenbar muss viel Wasser aus der Gegend bei einem Regenfall durch den Canyon sammeln und fliessen. Er zeigte uns moosige, grüne Flecken und erklärte, dass nur wenige Touristen diese grünen Flecken sehen. Normalerweise ist alles schwarz, das Moos ausgetrocknet. Auch sahen wir Löcher im Sandstein, an welchen die Indianer sich früher bei Regen in Sicherheit brachten. An einer Stelle zeigte er uns, wie hoch das Wasser vor kurzer Zeit nach einem Regen stand. Er hatte diesen Wasserstand von oben beobachtet.

Die ganze Zeit, welche wir durch den Canyon wanderten, begegneten wir sehr wenig Personen. Wir konnten uns alle Zeit nehmen, den Canyon zu betrachten und zu Fotografieren. Welch ein Unterschied zu den Antelope – Canyons in Page, wo Fotografieren nicht mehr erlaubt ist und grössere Gruppen durchgeschleust werden. Alle waren begeistert.

Nach der Besichtigung des Canyons fuhren wir zurück. Selbst Sugi fand Gefallen am Sandrodeo. Nun kamen mehrere Fahrzeuge uns entgegen, alle machten Zeichen wie viele ihnen folgen, der Letzte streckte die Faust heraus, also Null. Wir hatten Glück, am Nachmittag fiel erneut Regen und der Canyon war nicht mehr begehbar.

Am Nachmittag fuhren wir zum Bryce – Canyon, wo wir im Nebel ankamen. Bald schon fiel erster Regen. Hier gibt es kein WiFi, also kein Empfang. So muss ich einige Tage warten, bis dieser Bericht losgesandt werden kann.

2025 10.09. Desert View – Kanab

Nach einer ruhigen Nacht wurde von den jüngeren Teilnehmern erst zum Sonnenaufgang der Canyonrand besucht. Ich ging später nochmals hin. Nach dem Frühstück fuhren wir zu Mathers Point, den Aussichtspunkt des Grand Canyons, welchen 90 % aller Besucher besichtigen. In der Tat, als wir ankamen war schon reger Betrieb. Mehrere vorwiegend koreanische Reisegruppen befanden sich dort und standen Schlange, um an bestimmten Punkten fotografiert werden zu können. Susi flüchtete nach kurzer Zeit zurück in unseren Camper. Der Trubel war ihr zuviel. Es kamen auch immer mehr Gruppen.

Wir besuchten noch einen anderen Aussichtspunkt, doch auch dort kamen zusehens mehr Touristen. So beendeten wir die Besichtigung des Grand Canyon und fuhren zurück zur Strasse Page – Flagstaff, um erneut nordwärts zu fahren. Wir wussten dass in der Gegend von Tuba City auch versteinerte Saurierspuren zu besichtigen sind. Also fuhren wir dorthin, wo ein Wegweiser auf ein offenes Feld weist, wo zwei Marktstände aufgestellt sind. In den Marktständen werden Schmuck und Souveniers verkauft. Der unmarkierte Parkplatz befindet sich mitten auf dem Feld, gleich neben unserem Fahrzeug konnte ich die runden Fussabdrücke eines Brontosaurus sehen. Eine Navajo – Frau führte uns auf das Feld, welches man auch frei besichtigen konnte. Man sah Fussabdrücke verschiedener Saurier, aber auch versteinerte Schildkröteneier und Fische. Gemäss der Navajo – Frau war hier zur Urzeit ein flaches Gewässer, welches durch einen Vulkanausbruch verschüttet wurde. Nun ist es eine steinige Wüste, auf welchem Touristen herumstolpern. Auch in der Schweiz haben wir solch versteinerte Fussabdrücke, was unseren Kindern zu meinem Erstaunen offensichtlich gar nicht bekannt war.

Wir fuhren nach Page zurück, wo wir unsere Vorräte auffrischten. In Page hatte es kurz vor unserer Ankunft geregnet. Offensichtlich holt uns nun schlechtes Wetter ein. Auf meinem Handy fand ich eine Nachricht unseres Tourenanbieters von morgen, doch ich konnte die Nachricht nicht komplett lesen, da der Akku leer war. Wohl können wir unsere Akkus im Auto laden, doch die Handys zum Fotografieren haben Vorrang. So musste ich warten, bis wir auf unserem Campingplatz Nähe Kanab ankommen,dort haben wir wieder Elektrizität.

Nun stehen wir auf einem Campingplatz Nähe Kanab und unser grosses Fahrzeug ist eines der Kleinsten. Auf diesem Platz stehen wahre fahrbare Kleinhäuser, Dimensionen vergleichbar mit mittleren Lastwagen in Europa, 15 bis 20 Meter lang, zum Teil mit grösseren Personenwagen im Schlepp. Welches Programm wir morgen durchführen können, weiss ich momentan noch nicht. Zur Zeit fällt etwas Regen.

2025 10.08. Monument Valley – Desert View

Am morgen sehr früh hatten wir eine Sonnenaufgangstour durch das Monument Valley gebucht. Früh aufstehen, nicht der Geschmack für jedermann. Nicht alle unserer Gruppe frühstückten. Beim Treffpunkt wartete eine ca. 40 – jährige indigene Frau, welche kein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern konnte. So barsch sie aussah, so behandelte sie auch ihre Gäste. Wir fuhren vom Campingplatz erst zum Hotel hoch, wo wir noch ein Paar aus New York einluden. Dann fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, wo wir mit Sonnenaufgang fotografieren voll beschäftigt waren. Unsere Reiseleiterin gab uns keine Zeitvorgaben, so nutzten wir die Zeit eifrig mit Fotografieren. Erst einen Tag später erklärte Sohn Christoph, dass die Reiseleiterin mehrfach gehupt habe, was wir nicht wahrgenommen hatten. Als sie den Hügel herunterfuhr, um uns aufzuladen, stiegen wir ein, mussten aber erst noch das Paar aus New York suchen. Vermutlich sank die Laune unserer Fahrerin nochmals um einige Grade. So fuhren wir denn auf ruppigen Wegen durch das Monument Valley bis zu einem Punkt, wo mehrere Filme mit John Wayne gedreht wurden. An der Hütte waren mehrere Hinweise zu diesem Filmschauspielers zu sehen.

Zurück beim Campingplatz zählte die Reiseleiterin ihr Trinkgeld mit einer kurzen Fingerbewegung, ohne Dank und ohne die Mine zu ändern. Schon warteten die nächsten Gäste. Hoffe dass die sie glücklicher machten. Wir machten unser Fahrzeug fahrbereit und fuhren nach Page, wo wir unsere Tochter Susi erwarteten. Unterwegs fuhren wir noch an den Sammelstellen zu den berühmten Antelope – Canyons durch und ich wurde gefragt, warum wir dort nicht einen Termin gebucht hätten. Meine Begründung: Zu teuer und keine Kamera erlaubt. Zudem sind die berühmten Lichtkegel abhängig vom Sonnenstand und dem Wetter.

Wir gingen beim Walmart einkaufen und suchten Kontakt mit Susi. Sie wurde in etwa zur gleichen Zeit von einem Bus aus Las Vegas etwa 200 Meter entfernt abgeladen. Susi flog am Montag nach Las Vegas und kam nun Mittwochs Morgen zu uns, wobei sie etwa gleich früh wie wir aufstehen musste. Ihr Bus war voll mit einer Reisegruppe, welche den Horseshoe – Bend und einen der Antelope Canyon besichtigten und nach Las Vegas zurück fuhren. Sie war die einzige Person, welche nicht zurück fuhr. Nachdem wir Susi glücklich aufgeladen hatten, fuhren auch wir zum Horseshoe – Bend. Die berühmte Flussschlaufe liegt etwas tiefer wie die Schlaufen des San Juan beim Gooseneck und war rege besucht.

Nach dem Horseshoe – Bend fuhren wir südwärts an den Südrand des Grand Canyon. Wir hatten einen Stellplatz im Desert View – Campingplatz gebucht. Dort sind wenige Campingbusse mit einer Länge von 30 Fuss (9 Meter) erlaubt, wie wir einen fahren. Alle Plätze waren reserviert, auch wenn nicht alle Camper erschienen. Wir fanden unseren Stellplatz und konnten das Fahrzeug knapp einparken. Es war ein Platz ohne Wasser – und Stromanschluss, mitten in einem Wacholder – Wäldchen mit wunderbaren alten Bäumen. Die Stellplätze waren relativ nahe zusammen und doch hatte jeder seine Ruhe. Um diese Ruhe nicht zu stören, beschlossen wir auf den Generator zur Stromerzeugung zu verzichten. So konnten wir unsere Handys und andere Geräte über Nacht nicht laden. Auch das Schmutzwasser blieb im Fahrzeug gebunkert. Der Rand des Grand Canyons war ca. 5 Minuten durch den Wald erreichbar, wo Susi erstmals in diese grosse Schlucht sehen konnte. Alle anderen hatten diese grosse Schlucht schon mindestens einmal besucht. Es folgte eine ruhige Nacht.

2025 10.07. Mesa Verde – Monument Valley

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir zum Hochplateau von Mesa Verde, wo sich in Schluchten einige der bekannten Cliff Dwellings befinden. Cliff Dwellings sind Bauten des verschwundenen Volkes der Anazasi, mehrstöckige Lehmbauten, welche bis zur Zeit der spanischen Eroberung Mexikos bewohnt waren. Das Schicksal der Anazasis ist eines der grossen, nicht entschlüsselten Rätsel der nordamerikanischen Frühgeschichte. Die Spuren der Anazasis erstrecken sich über die Staaten New Mexico, Colorado und Arizona. Leider war es uns nur möglich, auf grössere Distanz eine dieser Siedlungen zu sehen, da im Staat Colorado der Gouverment Shut Down strenger befolgt wurde wie in Uta. In Uta waren die National und State Parks offen, nur das Personal fehlte. In Colorado oder zumindest in Mesa Verde waren sämtliche Fusswege, Aussichtspunkte usw. für Touristen gesperrt.

Nach der Betrachtung aus der Ferne fuhren wir zurück und weiter zum Vier – Staaten – Treffpunkt. Es ist vermutlich der einzige Ort weltweit, wo vier Staaten zusammentreffen. Üblicherweise wurden die Grenzen der Staaten durch Eroberungen und Besetzungen gezogen, denke dass einzig noch in Afrika die Grenzen mit einem Massstab gezogen wurden. Dieser einzigartige Ort liegt mitten in der Halbwüste und ist mit einer runden Scheibe bezeichnet. Pro Person zahlt man 8 Dollar, um den Ort zu sehen. Die Leute stehen richtiggehend Schlange, um sich in den seltsamsten Positionen auf dieser Scheibe fotorafieren zu lassen. Dort treffen die Staaten Colorado, Uta, Arizona und New Mexico aufeinander. Wir haben dort Tacos, relativ teuer, da Indianerland, gekauft und gegessen. War sehr schmackhaft.

Weiter ging es durch die Halbwüste zum Gooseneck State Park. Dort mäandert der San Juan River über mehrere Schlaufen in einem Canyon. Wirklich ein Naturwunder, vom Aussichtspunkt zählt man mindesten vier Richtungsänderungen. Es hatte angenehm wenig Touristen dort.

Nun fuhren wir Richtung Monument Valley, dessen Felstürme von weit her sichtbar wurden. Der erste fotogene Punkt ist der berühmte Forester Gump – Punkt, wo viele Autos anhalten und die Leute aussteigen zum Fotografieren. Forester Gump war ja eine berühmte Filmfigur, etwas schwerfällig und beschränkt im Denken, doch immer guten Mutes und immer mit viel Glück. So geht es auch vielen Personen dort, welche sich oft leichtsinnig auf die Strasse stellen, in der Hoffnung dass kein schnelles Auto kommt. Was man heutzutage nicht alles für ein tolles Foto macht. Am Forester Gump – Punkt traff ich auch ein junges, deutsches Paar aus Lindau am Bodensee, welches mit eine RV unterwegs war. Sie erzählten von einer kalten Nacht am Bryce Canyon.

Des Abends kamen wir in Goulding im Monument Valley an, wo wir auf einem wunderschön gelegenen Campingplatz abgestellt sind. Nächste Morgen früh ist eine geführte Tour durch das Monument Valley geplant, wir freuen uns schon darauf.

2015 10.06. Moab – Cortez

Der Campingplatz in Moab war etwas unruhig, viele Kinder, viele Fahrzeuge welche abends noch herumfuhren, es war mit Abstand die unruhigste Nacht dieser Reise. Am Morgen fuhren wir nochmals in den Arches Nationalpark. Wir waren nicht die Ersten, beim Parkplatz Wolfe Ranch waren schon einige Fahrzeuge, es waren schon einige Leute unterwegs auf dem Weg zum Delicate Arch. Sugi blieb im Camper, so machten wir uns auf den Weg. Die kurze Wanderung (ca. 1 – 1.5 h) war zwischen T2 – T3 und die Wanderer repräsentierten den Durchschnitt der Bevölkerung. Man sah Familien mit Kleinkindern wie auch ältere Personen, Leute des Wandern gewohnt und Personen, welche sich mühsam dahin schleppten. Aber alle wollten zum Delicate Arch und ich bin nicht sicher, ob es alle bis zum Schluss geschafft hatten. Der oberste Teil war eine etwas ausgesetzte Rampe, wohl so breit dass sich zwei Fussgänger kreuzen konnten, doch 30 – 40 Meter ob der nächsten Geländestufe. Jane und Christoph gingen noch unter den Torbogen, ich verzichtete bewusst darauf, wollte ich nicht die Influencer nachahmen.

Auf dem Weg zum Bogen überholte ich eine Familie, welche Rast machte und mein Tempo bewunderte. Oben beim Aussichtspunkt trafen wir wieder zusammen und es stellte sich heraus, dass es ein Ehepaar aus Costa Rica war, er Schweizer. Sie reisen zusammen mit seine Eltern, wenige Jahre jünger wie ich, auch unterwegs im Süden der USA. Nach den obligaten Fotos und längerer Pause gingen wir zum Parkplatz zurück und fuhren noch zu Devils Garden, wo wir alle zusammen noch eine kleine Wanderung zum Tunnel Arch und Pine Tree Arch unternahmen. Wir hätten problemlos noch mehr Zeit in diesem wunderbaren Nationalpark verbringen können, doch wir hatten noch ein Stück zu fahren.

So wechselten wir vom Staat Uta in den Staat Colorado und fuhren nach Cortez zum Mesa Verde Nationalpark. Da der Shut Down anhält, sind auch hier die Möglichkeiten beschränkt. Immerhin traffen wir beim Einfahren auf den Moorefield Campingplatz auf mehrere Hirschkühe. Auch sind wir wieder im Bärengebiet und müssen die Lebensmittel sorgsam aufbewahren.

Heute ist auch Tochter Susi in Las Vegas gelandet und wir haben vergeblich versucht, mit ihr Kontakt (Whatsapp) aufzunehmen. Vieleicht klappt das morgens, auch wenn wir immer wieder keinen Anschuss haben. Aber morgen übernachten wir im Monument Valley.

2025 10.05. Vernal – Moab

Am Morgen wurde früh Tagwacht gemacht, hatten wir doch ein strenges Reiseprogramm vor uns. Der Campingplatz lag an einer gut befahrenen Strasse, so dass alle etwas unruhig geschlafen haben. Um 8h fuhren wir los und mussten erst noch einkaufen, da uns das Brot ausging. Aber Walmart hat auch Sonntags geöffnet und Jane konnte die gewünschte Ware mit dem Handy bestellen, so dass wir nur noch vorbei fahren brauchten und die Ware übernehmen konnten. Mit dem Gas zum Kochen, welches auch nachgefüllt werden musste, war es dann doch eine längere Geschichte. Erst einige Ortschaften später fanden wir jemand, der uns das Gas nachfüllen konnte.

Um 8h 45 verliessen wir Vernal, welches mit vielen Sauriern aus Kunststoff bis hin zu Broncestatuen verziert ist. Der Brontosaurus und der T – Rex waren am meisten vertreten. Wir sahen auch einige Oelpumpen in Betrieb, befanden wir uns doch offensichtlich in einem wichtigen Ölfördergebiet der USA. Wir fuhren über die Ortschaft Dinosaur und den Douglas – Pass Richtung Moab. Der Douglaspass (2520 M.ü.M.) kann es wirklich mit einem Alpenpass aufnehmen, selbst die Kühe gibt es dort.

Vor Moab fuhren wir in den Arches Nationalpark. Wir kamen um 13h 30 dort an und hatten ursprünglich unsere Einreisezeit auf 14h angegeben. Doch es war Regierungs – Shut – Down und die Beamten arbeiten nicht, da sie ja nicht bezahlt werden. Zudem war gerade Sonntag. Da wurde nichts kontrolliert. Viele Amerikaner nutzten den Gratiseintritt und besuchten den Park. Doch die Personenmenge war denoch nicht zu vergleichen mit Yellowstone, es war angenehmer. Nach 14h fuhren wir vom Informationscenter die Strasse hoch zu den Sehenwürdigkeiten. Die bizarren roten Sandsteinformen lösten einen wahren Fotografierrausch bei uns aus. Sehr weit kamen wir nicht, wir hatten an den einzelnen Orten so viel zu sehen. Die Farben, die Formen, einfach schön. Nach 17h kamen wir an eine Stelle, wo der berühmte Delicate Arch auf Distanz zu sehen war. Wir beschlossen, den Bogen am nächsten Tag nochmals zu besuchen, diesmal mit einer Wanderung zum Bogen verbunden. Sugi wird dann im Camper auf uns warten. Alles zu besuchen ist uns leider nicht möglich, mit den Wanderungen wäre man gut eine Woche beschäftigt.

Nach 19h kamen wir auf dem KOA – Camping in Moab an, an sich ein schöner Platz, jedoch etwas lärmig. Doch wir sind ja nur eine Nacht hier und werden morgen Abend schon wieder woanders übernachten.

2025 10.04. Pinedale – Vernal

Letzte Nacht waren wir wirklich die Einzigen, welche dort übernachtet hatten. Es war auch schön ruhig. Als wir am Morgen wegfuhren, verdunkelte sich der Himmel zusehens und es fing an zu regnen, später fiel Schneegraupel. Doch das Wetter trieb ein Wechselspiel, mal schien etwas die Sonne, mal fiel Regen. Wir fuhren durch die Prärie, welche stark an die südliche Pampas in Argentinien erinnerte, wären nicht am Rande die Rocky Mountains gewesen. Die gleichen Bachbeete, ähnliche Sträucher, nur ist die Pampa doch noch etwas flacher und weiter. Über Pinedale ging es nach Rock Springs, wo wir den Highway 80 erreichten. Doch nach kurzer Strecke verliessen wir die Schnellstrasse bei Green River, um über die Strasse 530 der Flamming Gorge, der flammenden Schlucht entlang zu fahren.

In dieser Gegend hatte sich ja der verfilmte Unfall eines Schluchtenkletterers ereignet, welcher seinen Unterarm bei einem Stein eingeklemmt hatte und denselben nach 3 Tagen mit einem Sackmesser selbst abtrennte, um wieder an die Oberfläche zu kommen. Für uns sah die Gegend harmlos aus, wir kletterten ja auch nicht in Schluchten herum. In der Flamming Gorge liegt ja ein Stausee, an welchen einige Marinas lagen, doch momentan total verwaist. Als wir zu einer dieser Marinas ans Ufer fuhren, sahen wir eine Gruppe weiblicher Gabelböcke, welche nun nicht wussten, sollen sie fliehen oder bleiben. Sie entschlossen sich für bleiben.

Unterhalb des Stausees auf dem Weg nach Vernal fanden wir eine Umleitung durch einen der vielen kleinen Nationalparks. Wir hatten genügend Zeit, auch war die berühmte Wand mit den vielen Saurierknochen bei Quarry in Folge Shutdowns der Regierung nicht zugänglich. Also entschlossen wir uns durch den Sheep Creek National Park zu fahren, einen kleinen Bogen zu unserer ursprünglichen Route. Die Strasse führte durch eine geologisch interessante, fantastische Schlucht mit wenig Verkehr, ideal zu Fahren. Immer wieder hielten wir an, um Türme und farbige Felsen zu Fotografieren. Wir waren nicht die Einzigen, doch es war kein Massenandrang.

Abends um 18h fuhren wir in Vernal ein. Wir vernahmen nun, dass es im Yellowstone Park geschneit hat. Beim Einchecken auf dem Campingplatz sahen wir im Office, dass wir mitten in einer Zone mit Felsmalereien sind. Leider fehlt uns die Zeit, bestimmte Stellen zu besuchen. Doch wir fahren morgen über einen Pass im Staat Colorado, wo gemäss Reiseführer solche Bilder zu sehen sind. Mal sehen. Bei der Vorbereitung des Abendessen merkten wir, dass uns das Brot ausgeht. Doch morgen Sonntags sollen die Geschäfte wieder offen sein. Lassen wir uns überraschen.

2025 10.03. Signal Mountain

Wärend ich nun diese Zeilen schreibe, prasselt der Regen auf unseren Camper. Ja, unstetes Wetter hat uns eingeholt. Am Morgen war es schon etwas bedeckt und man sah die Kette des Grand Teton nur zum Teil. Doch wir hatten für diesen Tag eine Wanderung eingeplant und so beschlossen wir, den Hausberg Signal Mountain zu besteigen. Unser Stellplatz musste um 11h morgens frei sein, die Wanderung sollte aber ca. 4 Stunden dauern, so mussten wir einen vorübergehenden Parkplatz suchen.

Zu dritt marschierten wir um 9h los, um die ca. 400 Höhenmeter, aber eine längere Distanz zu bewältigen. Es war Bärengebiet, immer den Spray bei sich tragen. Christoph übernahm diese Aufgabe. Die Wanderung führte grösstenteils durch den Wald, gelegentlich an kleinen Seen entlang, seltener durch Rosmaringestrüpp. Wenige Personen begegneten uns, war der Berg (Hügel) auch mit Fahrzeug erreichbar, doch für Camper existierte ein Verbot. Die Aussicht auf dem Hügel war überraschend schön, man sah ins Tal des Snake Rivers, wo doch so viele Westernfilme der 70er und 80er – Jahre gedreht wurden (z.B. Mein grosser Freund Shane, Fluss ohne Wiederkehr). Auf dem Gipfel waren auch zwei Belgier, welche mich an meinem Akzent als Schweizer identifizierten. Sie waren mit dem Auto hier oben.

Zurück beim Camper hatte Sugi schon das Mittagessen gekocht, welches wir bei den ersten Regenschauern einnahmen. Dann verliessen wir das fabenprächtige Gebiet des Grand Teton und fuhren nach Jackson Hole, um Früchte und Brot einzukaufen. Da erreichte uns der nächste Regen. Weiter ging es Richtung Pinedale, wo wir bei der Rim Station einen Campingplatz gebucht hatten. Doch der Campingplatz war geschlossen und erst ab nächsten Tag wieder offen. Zum Glück gab es eine Telefonnummer, so dass der Besitzer, ein Rancher wie aus dem Bilderbuch, angerufen werden konnte. Er kam und stellte uns einen Platz zur Verfügung, hatten wir doch eine schriftliche Bestätigung dass wir diese Nacht hier verbringen können. Natürlich mussten wir nochmals bezahlen, da er behauptet, noch kein Geld erhalten zu haben. Werde das bei meinen Kreditkartenbelegen zu Hause nachprüfen. Dafür haben wir einen wirklich ruhigen Campingplatz, wo auch viel Wild zu sehen sei. Als Beispiel zeigte er uns ein Video von gestern, wo ein Elch in das Gehege seiner Pferde eindrang. Da war was los. Doch hier haben wir WiFi – Empfang und ich konnte einige meiner Pendenzen erledigen.

Morgen geht es Richtung Uta durch das Gebiet der Flamming Gorge. Soll landschaftlich sehr schön sein.

2025 10.02. Yellowstone – Grand Teton

Wir fuhren von Madison los Richtung Canyon Village, wo ich ursprünglich einen Stellplatz buchen wollte. Doch der Campingplatz in Canyon Village wurde in Folge Personalabbau für dieses Jahr geschlossen. Beim Canyon Village besuchten wir erst den Upper Fall des Yellowstone Rivers. Es ist ein schöner Wasserfall, doch die Schlucht, durch welche der Fluss fliesst, ist noch eindrucksvoller.

Im Hayden Valley waren leider nicht so viele Tiere zu sehen, wie wir erwartet hatten. So waren unsere nächsten Stopps bei den Schwefelquellen und den Schlammvulkanen, welche wieder erwarten schön waren.

Anschliessend fuhren wir zum Yellowstone Lake und dessen Ufer entlang, wo wir das erstaunlich schöne West Tumb Geyser Basin besichtigten. Das war der rechte Abschied von Yellowstone, anschliessend fährt man durch viel Wald Richtung Süden (Grand Teton). Schon um 14h, schneller als ich gerechnet hatte, kamen wir an den Jackson See. Da beschlossen wir, nicht direkt zu unserem Stellplatz beim Signal Mountain zu fahren, stattdessen der Strasse am Skake River entlang zu fahren. Es ist ein wildreiches Gebiet, doch so früh am Nachmittag sah man noch nichts. Um so schöner sah man die Gebirgskette des Grand Teton.

Natürlich besuchten wir auch die berühmte, hölzerne Chapel of Transfiguration, wo das Kirchenfenster so schön den Berg Grand Teton umrahmt. Von den vielen Besuchern war nicht einer aus Glaubensgründen dort. Weiter ging die Fahrt durch farbeprächtige Wälder zu unserem Stellplatz beim Signal Mountain, einem sehr begehrten Campingplatz. Dort gibt es nur 6 Stellplätze für Fahrzeuge mit einer Länge von 9 Metern, wie wir das momentan benutzen. Keiner der von mir schon früh gebuchten Plätze hatte sich so oft erkundigt, ob wir unsere Pläne nicht geändert hätten und ob wir sicher kommen. Der Stellplatz war sehr eng und das Fahrzeug stand etwas schief, doch immerhin gab es einen Stromanschluss. Auch die Toilette war nicht weit entfernt, doch nur durch einen schmalen Waldpfad erreichbar. Da Bärengebiet, sollte man immer einen Bärenspray bei sich tragen. Immerhin gab es noch gutes Trinkwasser, wozu wir alle verfügbaren Behälter auffüllten.

Die ganze Zeit hatten wir WiFi – Probleme, nun hoffen wir dass besser erschlossene Gebiete folgen werden.