Am morgen sehr früh hatten wir eine Sonnenaufgangstour durch das Monument Valley gebucht. Früh aufstehen, nicht der Geschmack für jedermann. Nicht alle unserer Gruppe frühstückten. Beim Treffpunkt wartete eine ca. 40 – jährige indigene Frau, welche kein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern konnte. So barsch sie aussah, so behandelte sie auch ihre Gäste. Wir fuhren vom Campingplatz erst zum Hotel hoch, wo wir noch ein Paar aus New York einluden. Dann fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, wo wir mit Sonnenaufgang fotografieren voll beschäftigt waren. Unsere Reiseleiterin gab uns keine Zeitvorgaben, so nutzten wir die Zeit eifrig mit Fotografieren. Erst einen Tag später erklärte Sohn Christoph, dass die Reiseleiterin mehrfach gehupt habe, was wir nicht wahrgenommen hatten. Als sie den Hügel herunterfuhr, um uns aufzuladen, stiegen wir ein, mussten aber erst noch das Paar aus New York suchen. Vermutlich sank die Laune unserer Fahrerin nochmals um einige Grade. So fuhren wir denn auf ruppigen Wegen durch das Monument Valley bis zu einem Punkt, wo mehrere Filme mit John Wayne gedreht wurden. An der Hütte waren mehrere Hinweise zu diesem Filmschauspielers zu sehen.

Zurück beim Campingplatz zählte die Reiseleiterin ihr Trinkgeld mit einer kurzen Fingerbewegung, ohne Dank und ohne die Mine zu ändern. Schon warteten die nächsten Gäste. Hoffe dass die sie glücklicher machten. Wir machten unser Fahrzeug fahrbereit und fuhren nach Page, wo wir unsere Tochter Susi erwarteten. Unterwegs fuhren wir noch an den Sammelstellen zu den berühmten Antelope – Canyons durch und ich wurde gefragt, warum wir dort nicht einen Termin gebucht hätten. Meine Begründung: Zu teuer und keine Kamera erlaubt. Zudem sind die berühmten Lichtkegel abhängig vom Sonnenstand und dem Wetter.

Wir gingen beim Walmart einkaufen und suchten Kontakt mit Susi. Sie wurde in etwa zur gleichen Zeit von einem Bus aus Las Vegas etwa 200 Meter entfernt abgeladen. Susi flog am Montag nach Las Vegas und kam nun Mittwochs Morgen zu uns, wobei sie etwa gleich früh wie wir aufstehen musste. Ihr Bus war voll mit einer Reisegruppe, welche den Horseshoe – Bend und einen der Antelope Canyon besichtigten und nach Las Vegas zurück fuhren. Sie war die einzige Person, welche nicht zurück fuhr. Nachdem wir Susi glücklich aufgeladen hatten, fuhren auch wir zum Horseshoe – Bend. Die berühmte Flussschlaufe liegt etwas tiefer wie die Schlaufen des San Juan beim Gooseneck und war rege besucht.

Nach dem Horseshoe – Bend fuhren wir südwärts an den Südrand des Grand Canyon. Wir hatten einen Stellplatz im Desert View – Campingplatz gebucht. Dort sind wenige Campingbusse mit einer Länge von 30 Fuss (9 Meter) erlaubt, wie wir einen fahren. Alle Plätze waren reserviert, auch wenn nicht alle Camper erschienen. Wir fanden unseren Stellplatz und konnten das Fahrzeug knapp einparken. Es war ein Platz ohne Wasser – und Stromanschluss, mitten in einem Wacholder – Wäldchen mit wunderbaren alten Bäumen. Die Stellplätze waren relativ nahe zusammen und doch hatte jeder seine Ruhe. Um diese Ruhe nicht zu stören, beschlossen wir auf den Generator zur Stromerzeugung zu verzichten. So konnten wir unsere Handys und andere Geräte über Nacht nicht laden. Auch das Schmutzwasser blieb im Fahrzeug gebunkert. Der Rand des Grand Canyons war ca. 5 Minuten durch den Wald erreichbar, wo Susi erstmals in diese grosse Schlucht sehen konnte. Alle anderen hatten diese grosse Schlucht schon mindestens einmal besucht. Es folgte eine ruhige Nacht.
