Monte Astoria, welch grossartiger Name für einen bewaldeten Hügel (474 M.ü.M.) bei Stabio im Tessin. Nun, der Gipfelbesuch war nicht der Grund, weshalb wir 4 1/2 Stunden ein Weg mit dem Zug anreisten, um ca. 1 Stunde später auf dem höchsten Punkt unser Mittagessen einzunehmen. Nein, wir besuchten die Gegend zum Fotografieren der seltenen und fotogenen Hundszahnlilien.
SONY DSC
Diese kleinen Blumen blühen in der Schweiz nur an zwei Orten im Tessin sowie in der Nähe von Genf. Die Tessiner Standorte habe ich über Jahre mehrfach besucht und das kleine Blümchen begeistert mich noch immer. Den Gipfel selbst habe ich erst das zweite Mal besucht, er bietet keine Aussicht, aber eine Bank zum Sitzen.
Es war reiner Zufall, dass ich die Burgflue in Wimmis bestieg. Nähe Wimmis blühen im Frühjahr sehr viele Märzenglöckchen, was einige Besucher anzulocken vermag. Nun, meine Wanderkameraden fielen aus gesundheitlichen Gründen aus, so dass ich allein unterwegs war.
SONY DSCSONY DSC
Bei einem früheren Besuch dieser Blumen schafften wir es nur bis zur Wiese oberhalb Wimmis, für mich zu wenig Weg an einem Tag. Also wanderte ich über die Zünegg nach Oey und von dort zurück Richtung Wimmis. Es war ja kurz vor der Abstimmung zur 13. AHV – Rente, so sah ich auf der Zünegg dieses originelle Plakat, welches jedoch nur wenige Personen gelesen haben werden. Zu abgelegen ist der Ort.
Da ich immer noch genügend Zeit hatte, beschloss ich die Burgflue von West nach Ost zu überschreiten, aus der Karte wusste ich dass auf der östlichen Seite ein Bergweg nach Wimmis führt. Der Aufstieg erfolgte über einen fahrbaren, steilen Naturweg. Auch über den Kamm des Hügels konnte man einer Forststrasse folgen, der Wald wird offensichtlich genutzt. Beim nordöstlichen Gipfel hat man plötzlich freie Sicht auf die Simmeflue, durch welche ja auch ein blau – weiss markierter Aufstieg zum Sunnighorn führt.
SONY DSC
Nun kam ein steiler Abstieg Richtung Wimmis, welchen ich nicht so schnell vergessen werde. Da es den Tag zuvor noch geregnet hatte, war das Gelände noch recht feucht und der Bergweg war noch mit Laub bedeckt. Kurve um Kurve führte der Weg um Felsstufen Richtung Wimmis, man hatte den Eindruck direkt auf die Kamine von Wimmis spucken zu können. Als der Weg über eine Spitzkehre auf einer abschüssigen Geländestufe oberhalb eines Felsabbruchs ohne Bewuchs führte, wurde es für mich zu riskant. Ich beschloss wieder auf den Gipfel zurück zu kehren und über den einfacheren Weg abzusteigen. Ob ich diesen fantastischen Weg bei trockeneren Bedingungen nochmals gehen werde, weiss ich nicht. Zu weit ist die Anreise, zu kurz das Wegstück.
Der letzte schöne Tag vor einer Schlechtwetterphase wollte genutzt werden. Da in tieferen Regionen wenig Schnee liegt entschlossen wir uns für eine Wanderung im Tessin. Noch ist der Basistunnel der SBB für Passagierzüge nicht geöffnet, so dass man über die Bergstrecke ins Tessin anreisen muss. Das schränkt die möglichen Tagestouren recht ein. So entschlossen wir uns, wieder einmal die Hängebrücke Nähe Curzutt zu besuchen.
Wie ein silbernen Faden in der Schlucht kann man die Brücke bei Morgenlicht auf der Bahnfahrt von Bellinzona nach Lugano kurz sehen. So wurde ich auch auf dieses Bauwerk per Zufall aufmerksam, ich habe noch nie etwas über sie gelesen. Für leistungsorientierte Wanderfreaks bietet diese Tour wohl zu wenig, doch die Kombination mit etwas Kultur ist es eine schöne, wenn auch kurze Wanderung.
Auch dieses Mal stiegen wir den steilen Pfad zu Fuss hoch zur Kirche San Bernardo. Es ist die drittälteste Kirche im Kanton Tessin, gute 380 Höhenmeter über der Magadinoebene. In früheren Zeiten war ja die Magadinoebene Sumpfgebiet, so dass die Siedlungen und Verkehrswege an den Berghängen angelegt wurden.
Die Kirche kann an bestimmten Tagen besichtigt werden, die Fresken mit Schrift sind etwas aussergewöhnlich. Fast wie ein Urcomic, mir selbst sind keine anderen beschrifteten Fresken bekannt.
SONY DSC
Von der Kirche steigt man noch gut eine Stunde weiter hoch, bis man wieder ein kurzes Stück zur Hängebrücke absteigen kann. Diese Hängebrücke ist gut erreichbar und wird auch gerne besucht. Ich sah dort schon Biker, welche jedoch ihre Fahrräder über die Brücke tragen mussten, da das Befahren doch zu gefährlich war. Das Geländer ist nicht so hoch und ein Sturz von 160 Höhenmeter trotz der Bäume in die Schlucht sicher nicht so angenehm. Auch Hunde wurden schon über die Brücke getragen. Mit einer Länge von 280 Metern vibriert sie leicht, schwankt jedoch nicht. Doch heute waren wenige Personen unterwegs anzutreffen, wir hatten die Brücke für uns allein.
SONY DSC
Nach der Brücke ging es weiter mit Auf und Ab über San Defendente bis nach Cugnasco, von wo wir mit dem Bus Nach Bellinzona zurück fuhren.
Die erste Tour 2024. Nach den Festtagen und der Schlechtwetterperiode höchste Zeit, wieder mal etwas zu unternehmen. Da ich in Folge Husten nicht ganz so auf dem Damm war, beschlossen wir eine einfachere, kürzere Schneeschuhtour zu unternehmen. Wir fuhren deshalb auf die Eggberge, welche knapp oberhalb des Hochnebel waren. Gemäss der Wetterprognose hatte ich die Nebelschicht nicht so weit im Urnerland erwartet.
Blick von den Eggbergen Richtung Surenenpass – Blackenstock – Gitschen bis Chaiserstuel (von links nach rechts)
Wir erfreuten uns der Weitsicht mit den vielen uns bekannten Gipfeln, Erinnerungen kamen hoch. Stolz präsentierte sich auch der Rophaien mit seinem grossen Gipfelkreuz. Denke diesen Gipfel habe ich bis heute zahlenmässig am meisten besucht, das erste Mal war ich noch keine 20 Jahre alt. Noch sahen wir wenige Personen unterwegs.
Wie erstaunt waren wir auf der Hüenderegg, wo es ein reges Kommen und Gehen gab. Dieser prächtige Aussichtspunkt ist ja von den Eggbergen wie auch aus dem Chinziggebiet einfach erreichbar. Es waren vorwiegend ältere Leute unterwegs, schätze dass 80% davon Damen waren, welche allein oder in Grüppchen bis 4 Personen die Sonne und den Schnee genossen. Denke dass wir so ziemlich die einzigen Unterländer waren, es wurde vorwiegend Urner Dialekt gesprochen. Die Aussicht von der Hüenderegg reicht erstaunlich weit, man sieht vom Rossstock, der Schächentaler Windgälle über Gemsfairenstock – Scheerhorn – Grosse Windgällen – Titlis bis hin zum Gitschen.
Blick von Hüenderegg Richtung Spannort – Titlis – Blackenstock – Uri Rotstock – Chaieserstuel – Hoch Brisen
Wir verweilten nicht allzu lange auf dem gut besuchten Aussichtspunkt und wanderten auf zunehmend schmaleren Spuren allgemeine Richtung Hagelstock – Spilauerstock. Bei einer steileren Abstiegspassage stürzte Peter und verlor sein Handy, was er erst später feststellte. Er versuchte es noch zu orten, doch da die Sturzstelle im Karstgebiet war, kann das Gerät durchaus in eine Felsspalte gefallen sein, es wurde nicht mehr gefunden. Inzwischen stiegen die Temperaturen höher wie prognostiziert, wir konnten zunehmend Schneerutsche am Hagelstock beobachten. Doch auf dem weiten, nicht steilen Gelände waren wir sicher und wanderten erst zur Bergstation Ruegig. Sie war nicht bedient, man hätte die Mittelstation zum Transport anrufen müssen. Es gab auch eine Hinweistafel, dass der Transport nur mit Bargeld möglich ist, Kreditkarte oder Twint werde nicht akzeptiert. Da wir noch genug Zeit und Energie hatten, beschlossen wir zur Bergstation Biel zu wandern, wo allerdings dann das Restaurant geschlossen war. Erst genossen wir noch etwas die Sonne auf der Terrasse, bevor wir mit der Seilbahn durch den Nebel ins kühle Schächental zurück fuhren.
Der letzte Tag in Singapor war sehr warm. Wir packten erst unser Gepäck nach dem Morgenessen und gingen dann zu Fuss zum Chinesischen Viertel. Es war ja nur ca. 200 Meter vom Hotel entfernt. Doch wir hatten plötzlich keine grosse Lust mehr durch das Viertel zu gehen. Wir deponierten unser Gepäck bei der Reception und beschlossen noch einmal mit dem Hopp on – hopp off – Bus die Stadt zu durchfahren. Irgendwie mussten wir die Zeit bis zum Abend vertreiben. Um 16h waren wir wieder beim Hotel und wir beschlossen nun zum Flughafen zu fahren. Der ist ja klimatisiert und bietet auch einige Attraktionen. So waren wir um 17h beim Flughafen und konnten schon einchecken und das Gepäck abgeben, auch wenn der Flug erst am nächsten Morgen 1h 30 gestartet wurde. Normalerweise werden die Schalter ja erst 2 – 3 Stunden vor dem Abflug geöffnet. Auch checkt man normalerweise pro Flug separat ein, hier wurden alle Flüge der gleichen Fluggesellschaft von einheitlichen Schaltern angenommen, egal wohin die Reise geht.
Der Flug verlief ruhig. Kurz vor 8h am Morgen kamen wir nach 12 Flugstunden in Kloten an. Dank der flüssigen Gepäckauslieferung waren wir kurz nach 9h wieder in Effretikon.
Nun ist es soweit, unsere lange Reise ist zu Ende. Es war eine schöne Zeit, wir haben viel gesehen und erlebt. Wir würden jede Destination wieder besuchen, so verschieden sie waren. Sehr positiv überrascht waren wir von Taiwan mit seinen schönen Tempeln und der wunderschönen Ostküste, aber auch den überall auffindbaren sauberen Toileten, gebührenfrei notabene. Aber auch die anderen Destinationen waren schön und interessant. Borneo mit seinem Urwald und den Wildtieren, aber auch den grossen Plantagen. Das grüne Bali mit seinen vielen Tempeln und dem unmöglichen Verkehr. Das widersprüchliche Korea, in alten Traditionen verwurzelt und topmodernen Städten, ein Kulturschock. Singapur war noch wie ich es von früher in Erinnerung hatte, modern ohne zu protzen, heiss und feucht mit den kühlen Einkaufszentern.
Der zweitletzte Tag unserer Reise. Heute Abend treffen wir einen ehemaligen Arbeitskollegen, Irvin Tan, mit welchem ich sehr sporadisch in Kontakt bin. Für heute hatte ich in der Schweiz die beliebten Bustouren „Hopp on – Hopp off“ der Big Bus Company bestellt. So kann man durch eine Stadt fahren und wo es gefällt austeigen und mit einem späteren Buss weiterfahren. Habe dieses System schon bei mehreren Städten gebucht und war immer zufrieden.
SONY DSC
Nun, das Ticket musste ich in Suntec City abholen, was wiederum einen längeren Fussmarsch erforderte. Sugi war nicht begeistert, an diesem schönen und recht warmen Vormittag diese 2 – 3 km zu wandern, so dass ich mich allein auf den Weg machte. Auf einer neuen Route war ich schnell in der Gegend von Suntec City und fand dieses grosse Einkaufscenter auch recht schnell. Doch dann ging das Suchen los. Auf den Unterlagen hiess es das Büro befinde sich im Westflügel auf dem zweiten Stock. Dort fand ich auch erst einige Richtungsangaben, doch ich fand den Schalter nicht. Also fragte ich verschiedene Personen, bis mir ein Putzmann angab, ich müsse ins Parterre und ganz nach hinten gehen, wo ein Adidas – Schuhladen sei. Dort befinde sich der Schalter. Beim Adidas – Schuhgeschäft fand ich jedoch einen Hinweis, wo sich der Schalter nun befinde. Wirklich fand ich nun die Firma und konnte meinen Voucher einlösen. Nun war es auch mir zu warm zum Hotel zurück zu gehen und Sugi abholen. Also wartete ich auf den nächsten Bus, welcher in die Gegend des Hotels fuhr. Natürlich fuhr der Bus etwas in der Stadt herum, so kam ich erst nach 2 Stunden zum Hotel zurück, wo Sugi schon ganz nervös wartete.
Nun gingen wir gemeinsam zur nächsten Bushaltestelle, wo dieser Bus durchfährt und fuhren gemeinsam die gelbe Strecke ab, welche bis zum botanischen Garten führte. An einer Strassensteigung erkannte ich das Hotel wieder, in welchem ich zu meiner Berufszeit einquartiert war, es war das „Four Season“. Wir fuhren jedoch durch bis Suntec City und gingen erst Mittag essen. Auch wurde die Shopping – Mall etwas besichtigt. Dann fuhren wir mit der Busgesellschaft auf der roten Linie, welche auch durch das alte indische Viertel ging. Diese Strecke fand ich interessanter wie die Gelbe, fuhren wir durch Gegenden welche ich noch nie gesehen hatte. Die Strassen waren bunter, auf dem Oberdeck fuhren auch viele Inder mit. Doch dann kam der erste Regenschauer und es ging nicht allzu lange und das Oberdeck war praktisch leer. Ca. 1/3 des Oberdecks ist überdacht, doch von dort ist das Fotografieren schwieriger. Nun, wir fuhren bis zur Endstation und wechselten erneut auf die gelbe Linie, um zum Hotel zurück zu fahren. Doch auch hier fing es nach kurzer Zeit an zu regnen und es goss wie es in den Tropen giessen kann. Nähe unseres Hotels stiegen wir aus und warteten unter Dach, bis der Regen aufhörte.
SONY DSCSONY DSCSONY DSC
Pünktlich um 19h trafen wir Irvin Tan, ein ehemaliger Sulzer – Mitarbeiter. Nun arbeitet er für Burckhart Compression, einen ehemaligen Sulzer Betrieb. Wir fuhren mit Irvins Auto Richtung Bay, wo wir in einem Einkaufszentrum unser Abendessen einnahmen, genau so wie ich es von früher kannte. Wir bestaunten auch etwas die Lichter der Hochhäuser bei Nacht, bevor Irvin uns durch das indische Viertel zum Hotel zurück fuhr. Er empfahl uns morgen das chinesische Viertel zu besuchen, welches bei unserem Hotel gleich um die Ecke sein muss. Anschliessend sollen wir noch eine Bootsfahrt auf dem Singapur River machen, bevor wir zum Flughafen fahren. Unser Rückflug erfolgt ja Uebermorgen um 1h früh. Noch haben wir einen Tag Singapur vor uns.
Gestern haben wir Taiwan verlassen und sind nach Singapur geflogen. Am Morgen traffen wir beim Frühstück noch 2 chinesische Paare, welche mit uns den 5 – tägigen Ausflug um die Insel gemacht haben. Das erste Paar ging ohne weitere Worte, das zweite Paar verabschiedete sich herzlichst von uns. Anschliessend besuchten wir nochmals den buddhistischen Tempel in der Nähe des Hotels und vernahmen dass er sehr bedeutend für die Taiwanesen sei. Etwa so wie Einsiedeln für die Katholiken. Gegen 11h fuhren wir zum Flughafen und checkten ein.
SONY DSC
Ich sass schon im Flugzeug, als ein älterer Mann sich neben mich setzten sollte. Erst protestierte er bei seiner Frau und wollte den Platz wechseln. Doch sie wies ihn barsch an, sich zu setzen. Auch sein Sohn kam um ihn zu beruhigen. Steiff sass er erst da. Da merkte ich dass er sich nicht richtig festschnallen konnte und half ihm dabei. Auch half ich ihm beim Abdecken der Malzeit. Da merkte er dass ich kein Menschenfresser bin und konnte sich plötzlich recht gut auf Englisch bedanken. Dennoch war er sichtlich froh als er in Singapur das Flugzeug verlassen konnte.
In Singapur fuhren wir mit einem Taxi zum Hotel Paradox Merchant Court, wo wir ein Zimmer im zweiten Stock erhielten. In diesem Hotel hat es für uns auffällig viele Gäste aus Europa, waren wir doch wochenlang hauptsächlich mit Asiaten unterwegs.
Heute morgen gingen wir zu Fuss vom Hotel Richtung Gardens by the bay, eine neue Attraktion Singapurs. Kunst und Natur gemischt. In einem Gewächshaus, für tropische Pflanzen im Nebelwald eingerichtet wurde auch das Thema des Filmes „Avantar – Das verlorene Paradies“ thematisiert. Für Sugi war das alles unbekannt, selbst habe ich beide Avantar – Filme gesehen und konnte die Objekte einzelnen Handlungen zuordnen. Es gab einige der komischen Pflanzen aus dem Film, natürlich aus Kunststoff sowie die Flugsaurier, welche von den blauen Avantaren geflogen wurden. In den USA kann man sowas in den Filmstudios bewundern gehen, hier passt das in einen botanischen Garten. In einem anderen Gewächshaus, dem „Flower – Dome“ wurden einige englische Kinderbücher thematisiert. Da waren Alice im Wunderland sowie Winnie Pu – der Bär mit ihren Freunden, doch das Publikum wusste nicht so viel damit anzufangen. Am meisten belustigte die Königing der Rosenkarten aus Alice im Wunderland die Besucher, sie wurde für Selfies nachgeahmt. Glaube nicht dass das geschehen wäre, hätten die Besucher die Geschichte wirklich gekannt. Das Mittagessen nahmen wir unter einem Tyrano Rex ein, welcher sich plötzlich bewegte und anfing zu brüllen. Las Vegas liess grüssen. Aber die Besucher waren begeistert. Ueberhaupt ist mir heute wieder aufgefallen, wie stark die Elektronik auf die Menschen Einfluss nimmt. Da sassen zwei Familien mit zwei Kleinkindern, ca. 2 Jahre alt an einem Tisch beim Essen. Vor jedem Kleinkind war ein Bildschirm, auf welchem die Kinder sich ein Program ansehen konnten. Die Eltern beschäftigten sich mit den Handys, die Kinder mit ihren Bildschirmen und jeder ass für sich. Praktisch keine Kommunikation, keine grosse Aufsicht der Kinder. Welch eine Zukunft.
SONY DSCSONY DSCSONY DSC
Es dunkelte schon als wir zum Hotel zurück gingen. Erst hatten wir Mühe, den Anfang unseres Rückweges zu finden, doch dann ging alles immer besser. Wir kannten ja beide die Stadt nicht, doch ich wusste die allgemeine Himmelsrichtung und folgte meinem Instinkt. Erst die letzten 50 Meter mussten wir jemanden fragen, wo das Hotel nun sei. Wir hatten eine Abzweigung verpasst.
SONY DSCSONY DSC
Auch fanden wir mitten zwischen den Hochhäusern einen alten buddhistischen Tempel mit all seiner Pracht und Zierde. Ein seltsamer Anblick, das verschnörkelte, bunte Gebäude inmitten 50 – 100 Meter hohen Gebäuden. Auch das ist Singapur.
Heute war unser letzter Tag der Rundfahrt um Taiwan. Am Morgen erwachten wir im Hotel Silks Palace und hatten erst der Ansturm auf das Frühstücksbuffet zu überstehen. Zum Glück waren wir nicht die Ersten im Speisesaal, so dass uns ein schöner Fensterplatz zugewiesen wurde, allerdings in grösserer Distanz zu den Futterkrippen. Dann hiess es anstehen, es gab nur 2 Kaffeeautomaten, nur eine Fruchtsaftstation und ca. 200 Personen, welche gleichzeitig essen wollten. Dann hatte ein Kaffeeautomat noch technische Störungen und musste wieder funktionstüchtig gemacht werden. Natürlich musste man auch erst feststellen, was wo erhältlich war, da gab es nicht nur Brot und Marmelade oder Käse und Aufschnitt. Nein, eigentlich gab es fast alles wie bei einem Abendbuffet, nur ohne Speiseeis. Sogar Gäste mit Bier habe ich gesehen.
Das Gepäck musste Hotelgerecht verladen werden, da nicht alle Teilnehmer beim gleichen Hotel ausgeladen wurden. Das dauerte einige Zeit bis der Bus losfahren konnte. Nun fuhren wir die Taroko – Schlucht talwärts, wobei wir feststellten, dass nicht nur eine Strasse in der Schlucht existiert. Nein, wenn wieder ein Unwetter eine Brücke beschädigte oder ein Tunnel durch ein Erdbeben einstürzte, wurde einfach anderswo etwas Neues gebaut. Auch jetzt werden Strassenabschnitte ausgebessert oder an anderen Stellen neu hergestellt. Man fährt die eine Strasse talwärts, die andere wieder bergwärts um bestimmte Stellen zu erreichen.
SONY DSCSONY DSCSONY DSC
Aber die Schlucht ist wirklich gewaltig, eine Mischung aus der alten Axenstrasse, der Viamala sowie der Aareschlucht, einfach in Marmor. Mehrmals stiegen wir aus, wanderten 30 – 45 Minuten und bestiegen wieder den Bus, der uns an eine neue Stelle brachte. Oftmals wandert man auf einem früheren Strassenabschnitt, welcher für den motorisierten Verkehr aufgegeben wurde. An einem Abschnitt bekamen wir alle Baustellenhelme, welche uns vor eventuellem Steinschlag schützen sollte. Auch waren Stellen bezeichnet, wo man nicht stehenbleiben sollte, doch gerade dort war ein Selfie oder ein Foto in Position interessant. Wir gingen auch über eine Hängebrücke, doch die war so verspannt dass nichts wackelte. Bei dieser Brücke waren auch mehrere Schulklassen, welche von den Lehrern auf einheitliches Geschrei getrimmt wurden. Aber die Kinder hatten richtig Spass dabei.
SONY DSC
Zum Mittagessen fuhren wir aus dem Park zu einem Nudelrestaurant. Ich wollte mit Kreditkarte bezahlen, da mein Bargeld ausging und ich kein Geld wechseln konnte. In Taiwan gibt es keine Wechselstuben. Man kann nur am Flughafen und bei einigen Hotels Geld wechseln, wobei in der Regel nur US – Dollars und Euros akzeptiert werden. Schweizer Franken ist so exotisch wie ein argentinischer Peso. Noch sehe ich den ratlosen Blick des Hotelangestellten, bei welchem ich 100 SFr. wechseln wollte. Doch dieses Restaurant akzeptierte auch nur taiwanesische Kreditkarten. Schon wollte ich auf das Essen verzichten da man hier zum Voraus bezahlt, als der Reiseleiter die Kosten übernahm. Auch bei einem Tankstellensupermarkt, wo wir etwas Früchte kaufen wollten, konnten wir nicht mit unseren Kreditkarten bezahlen. Wir liessen die Früchte zurück und gingen zum Car, als uns eine unbekannte Frau nachlief und uns den Beutel mit den Aepfeln überreichte. Sie hatte die Früchte für uns bezahlt, obwohl wir uns nie gesehen hatten. Diese Grosszügigkeit dieser Menschen überraschte mich sehr und wurzelt im Buddhismus. Aber auch die Abschottung von fremden Währungen erstaunte mich, gibt es in Taiwan doch einige Touristen. Auf Bali dagegen konnte man in jedem Strassencafé selbst nur ein Getränk mit Kreditkarte bezahlen. So kamen wir an Taiwan – Dollars blank zurück nach Taipei und ich beschloss kein Geld mehr zu wechseln. Nächsten Tag gehts zum Flughafen und weiter nach Singapur. Erst haben wir noch eine Nacht im Hotel The Landis mit dem komplizierten Internetanschluss.
Weiter ging es der schönen Ostküste Taiwans entlang. Am Morgen war erst noch keine Wolke zu sehen, doch gegen Mittag bedeckten sich die Gipfel. Es war sehr heiss und am Morgen befanden wir uns noch in den Tropen, am Nachmittag überquerten wir den Wendekreis des Krebses und gelangen wieder in die Subtropen. Leider habe ich Temperaturmässig nichts festgestellt. Wir hielten an verschiedenen schönen Punkten und schauten auf den Pazifik. An einer Stelle scherzte der Reiseleiter indem er behauptete, man sehe von hier bis San Francisco. Die Begründung war eine ehemalige Gefängnissinsel vor der Küste Taiwans. Vor San Francisco liegt ja bekannterweise die ehemalige Gefängnissinsel Alcatraz. Auch behauptete der Reiseleiter dass die Sträflinge auf der Gefängnissinsel die Maultaschen „Sampling“ erfunden hätten, denn auf der Insel gibt es heisse Quellen und die Sträflinge hätten darauf gekocht.
SONY DSCSONY DSC
Man sah auch viele Radfahrer unterwegs. Offenbar ist die Umrundung Taiwans zu Fuss oder per Rad sehr beliebt. Es gibt Organisationen, welche den Radfahrern das Gepäck nachführen und auch für die Verpflegung unterwegs schauen.
In den Subtropen vor Taiwan werden auch Wale beobachtet, diese Fische sollen nicht in die tropischen Gewässer begeben, da das Wasser dann für sie zu warm sei. Das mag wohl für die Gewässer vor Taiwan stimmen, doch gibt es kühle Meeresströmungen, welche über die Wendekreise fliessen und in welchen diese Tiere die Gebiete wechseln.
Am Nachmittag gingen wir noch in eine Marmorverarbeitungsfabrik oder besser gesagt in deren Verkaufslokal. Auf Taiwan wird viel Marmor gewonnen und wir sahen wunderbare Stücke, nur passten sie nicht gerade ins Fluggepäck. Einige Personen kauften Schmuckstücke. Wir schauten eine sehr schöne Vase an in verschiedenen Farben, doch als wir den Preis in unsere Währung umrechneten, waren wir uns einig dass diese Vase auf Taiwan besser aufgehoben ist.
SONY DSCSONY DSC
Nach der Marmorfabrik fuhren wir Richtung Tarok – Schlucht, in welcher auch unser nächstes Hotel gelegen ist. Die Tarok – Schlucht wird ja auch Marmor – Schlucht genannt. Bei Tageslicht stiegen wir aus dem Bus und wanderten über eine Brücke zu verschiedenen Tunnels, um eine Plattform mit Pavillon zu erreichen. Geschätzt drei Viertel Stunden weiter oben lag noch ein buddhistischer Tempel, doch dazu war keine Zeit noch die Teilnehmer in der Lage, dort hochzugehen. Anschliessend dunkelte es rasch undwir fuhren in der Nacht zum Hotel, welches wir kurz vor 18h erreichten. Versuchte noch SFr. in lokale Währung zu wechseln, doch auf Taiwan geht das nicht so einfach, sie kennen den Schweizer Franken nicht. Klar kann ich mit der Kreditkarte bezahlen, doch der Reiseleiter wie auch der Busfahrer erwarten ein kleines Trinkgeld. Mal sehen, wie ich den Fall löse. Morgen ist unser letzter Tag auf dieser Rundreise.
Am Morgen war viel los in diesem grossen Hotel, gibt es dort nur einen Frühstücksraum im 43. Stock. Auch wollten alle Reiseleiter möglichst früh weg, als war Hochbetrieb an den Liftanlagen und am Buffet. Dann im Stossverkehr aus der Stadt. Anschliessend fuhren wir der flachen Westküste entlang, links das Gebirge dem Süden entgegen. Wir fuhren zum Kenting – Nationalpark, wo wir an einem windigen Kap ausstiegen und den höchsten Punkt erwanderten. Weiter ging es zum „Froschfelsen“, einem Felsen im Meer. Doch einige Taiwaner haben ihn umgetauft und nennen ihn nach dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Nixon. In der Tat kann man aus einem bestimmten Blickwinkel klar die Stupsnase Nixons erkennen. Nixon ist den Taiwanesen nicht in positiver Erinnerung, freundete er sich doch mit Festlandchina an und sorgte so dafür, dass Taiwan nicht mehr in der UNO vertreten ist.
SONY DSCSONY DSC
Mittagessen gab es in einem Fischrestaurant, wo man den gewünschten Fisch oder die gewünschte Krabbe selbst bestimmen konnte, welcher dann umgehend gekocht oder gebraten wurde. Doch so viel Zeit hatten wir nicht und wir wählten unser Essen gemäss einer Karte mit Bildern. Für mich gab es Rindfleisch, ich mochte nicht solche Seetiere. Anschliessend fuhren wir zu einem Leuchtturm. Schon auf dem Weg dorthin fielen mir die vielen beschädigten Bäume auf. Ich erinnerte mich dass Ende Oktober 23 ein Taifun über Taiwan raste und wirklich, das waren noch Spuren davon. Beim Eingang zum Leuchtturmgelände fiel uns ein Trümmerhaufen eines Gebäude auf, Auch bei verschiedenen Häusern waren die Dachziegel zum Teil abgedeckt und lagen irgendwo. Interessanterweise waren alle Tempelverzierungen noch intakt, wiesen keine Schäden auf. Michael bestätigte später, dass das noch Spuren des Taifuns waren. Sie waren 3 Reiseleiter mit Touristen auf der gleichen Strecke unterwegs und mussten in Folge des Windes und des Wellenganges an der Ostküste die Tour abbrechen und wieder über die Westküste zurückreisen. Wir gingen nun zum alten Leuchtturm hoch, welcher eine komplette Stahlkonstruktion war. Auf der Wiese vor dem Leuchtturm waren noch Kunstwerke einer Künstlerin aufgestellt. Daran vorbeigehend fiel mir auf, dass an jedem Objekt sich irgendwer in Pose warf und fotografieren liess.
SONY DSCSONY DSC
Der Abstieg erfolgte auf einem anderen Weg, etwas durch den Wald und zwischen Steine durch, fast wie im Tierpark Goldau. Es gab auch zwei Steine, welche sich beinahe berühren. Diese Formation wurde „Die Küssenden“ benannt. Natürlich auch hier Selfies zum Abwinken. Weiter ging es erst auf eine Klippe, um nachher erst wieder westwärts und dort ein Stück der Küste entlang zu fahren, bevor wir ins Gebirge fuhren. Das letzte Stück Richtung Ostküste fuhren wir durch ein Tunnel. Dann ging es der Pazifikküste entlang nordwärts bis wir den Ort Chipen erreichten, wo wir ausserhalb in einem Hotel bei Thermalquellen einquartiert wurden. Am Abend führten noch Jugentliche der Gegend einige Tänze auf, in alten Kostümen. War sehr schön.