2023 10.31. Sun-Moon-Lake – Kaohsiung

Es war ein strahlend schöner Morgen, keine Wolke am Himmel. Kurz vor 9h fuhren wir vom Hotel weg, wo eine Delegation der Angestellten jeden Bus verabschiedeten, indem sie uns so lange nachwinkten wie der Bus zu sehen war. Dies sei ein chinesischer Brauch, wie uns Reiseleiter Michael erklärte. Wir fuhren an den See und deutlich über einen Damm, was die Aussage vom Staudamm bestätigte. Rasch ging es aus den Bergen zurück an die flache Küste und weiter Richtung Kaohsiung. Bei Tainan besichtigten wir erst eine alte Festung der Portugiesen, welche ja einmal Herren der Insel Formosa, heute Taiwan waren. An Stelle von Zement wurden zum Bau der Festungsmauern Muschelschalen verwendet, die Mauern stehen noch heute. Die Festung war früher direkt am Meer, heute ist das Meer zurückgedrängt und das gewonnene Land überbaut.

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Gleich neben der alten Festung steht ein alter buddhistischer Tempel in voller Farbenpracht. Schon auf der Hinfahrt sind uns viele farbenprächtige Tempel aufgefallen. Bali hat wohl mehr und stilistisch kunstvollere Tempel, doch Taiwan bietet farbenfrohere, fast kitschige Tempel an. Hier sieht man, was alles im roten China während der Kulturrevolution zerstört wurde. Ich hatte dies früher während einer Geschäftsreise schon festgestellt und bin nun positiv überrascht, dass sich mein damaliger Eindruck bestätigt. Taiwan ist in etwa noch das alte China, wie wir uns das ursprünglich klischeehaft vorgestellt hatten. Wie die Schweiz mit Uhren, Käse und Banken.

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Nach der Mittagspause fuhren wir noch zum Fo Guang Shan Kloster, dem grössten und reichsten buddhistischen Kloster weltweit. Das Kloster hat Besitztümer in Asien, den USA, Brasilien und Südafrika. Es besitzt eine eigene Druckerei und hat mehrere Bücher zum Buddhismus veröffentlicht. Der Tempel ist recht gross, es steht dort auch eine grosse vergoldete Buddha – Statue. Michael erklärte uns das Grundsystem des Buddhismus und auch die verschiedenen Vorhöfe vor dem eigentlichen Tempel. Der Haupttempel liegt auf einem Hügel, damit die älteren oder weniger fiten Teilnehmer sich nicht überanstrengten, wurden sie mit einem Shuttlebus hochgefahren. Dass ich zu Fuss ging war natürlich Ehrensache, obschon ich zum älteren Viertel der Teilnehmer gehöre.

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Anschliessend wurden wir zum Hotel mitten in Kaohsiung gefahren, einem Kasten fast wie in Las Vegas. Unser Zimmer ist im 24. Stock, das Frühstück wird im 43. Stock eingenommen. Die Lobby liegt im 4. Stock, man kann vom Erdgeschoss nur bis dorthin fahren. Um weiter hoch zu kommen braucht man den Zimmerschlüssel und einen anderen Lift. Da es schon Dunkel war, gingen wir nicht mehr zum Nachtmarkt und haben die Stadt auch nicht weiter erkundigt.

2023 10.30. Von Taipei zum Sonne – Mond See

Sitze nun im teuersten Hotel auf unserer Reise in Taiwan am Sonne – Mond – See. Am Morgen wurden wir um 7h 30 von Michael, unserem Reiseleiter für die nächsten 5 Tage im Hotel „The Landis“ in Taipei abgeholt. Wir wurden zu einem recht grossen Car geführt, wo schon der Däne, welchen wir gestern getroffen hatten, wartete. Die Sammeltour ging zu mehreren Hotels und der Car füllte sich zusehens, bevor wir die Stadt verliessen und erst der Westküste entlang fuhren. Michael erzählte erst viel über die Geschichte Taiwans, wobei er die Angewohnheit hat, den letzten Teil eines Satzes zwei Mal zu wiederholen, was unseren Dänen etwas ärgerte. Ganz offensichtlich ist unsere 5 – Tagestour um Taiwan eine beliebte Angelegenheit, sind doch mindestens 5 Cars auf der gleichen Route unterwegs, zwei von „unserem“ Reisebüro. Michael erwähnte noch dass wir im roten und nicht im weissen Bus fahren, wir sollen darauf achten.

Die Gruppe ist recht bunt zusammengestellt, ausser uns Schweizer hat es noch Deutsche, Oestereicher, einen Dänen, US – Bürger, Chinesen und irgendwelche Osteuropäer. Das Alter reicht vom ca. 15jährigen Jüngling bis zu Personen über 80 Jahren. Die klare Mehrheit sind Rentner aus der ganzen Welt.

Mit regelmässigen Pausen fuhren wir von der Küste ins Gebirge, der höchste Gipfel soll an die 3000 Meter hoch sein. Der Sonne – Mondsee liegt auf etwa 770 Meter über Meer, gemäss Michael handelt es sich um einen Speichersee, dessen Niveau täglich um einen Meter variert. Wasser aus einer Gegend wird hochgepumpt, die Turbinen zur Erzeugung von Elektrizität sollen aber in einer anderen Gegend stehen. Erst fuhren wir zu einem Dorf, wo Ureinwohner Taiwans zu Hause sind. Es soll sich um wenige Köpfe handeln, welche unter Regierungsschutz stehen. Nur sie dürfen Jagen und Fischen in der Gegend, den restlichen Taiwanesen ist das untersagt. Eine Zeit lang förderte die Taiwanesische Regierung auch die Eheschliessungen der Ureinwohner untereinander, indem jedes Paar einen hübschen Betrag zur Hochzeit bekam. Doch die schlauen Ureinwohner heirateten und liessen sich wenige Monate später wieder scheiden un heirateten in absehbarer Zeit wieder, so dass sie recht gut verdienten, bis die Regierung dieses Gesetz wieder abschaffte.

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Nach dem Mittagessen im Dorf dieser Ureinwohner fuhren wir erst zu einem buddhistischen Tempel, wo wir auch einen Spaziergang zu einer Pagode unternahmen. Die Pagode war auf einem Hügel oberhalb des Tempels, so dass nicht alle Teilnehmer gewillt waren, dorthin hochzusteigen. Noch weniger schafften den Aufstieg zur obersten Plattform der Pagode, von wo man eine schöne Aussicht auf den See hatte. Auch Sugi kehrte früher um und ich fand sie erst nicht beim Bus. Sie sass in der Nähe des Tempels und genoss die Ruhe.

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Vom buddhistischen Tempel fuhren wir zu einem Tempel für Konfuzius, dessen Farbenpracht wir in der Abendsonne genossen. Einige Personen warteten dort auf den Sonnenuntergang, welcher bei diesem Tempel besonders schön sein soll. Wir stiegen jedoch in den Bus, um zum „besten Hotels Taiwans“ (Originalton unseres Reiseleiters) „Fleur de Chine“ zu fahren. Es war schon dunkel, als wir ankamen, so haben wir noch nichts von unserem Balkon. Dafür darf man nach belieben die Minibar plündern. Auch soll das Bad mit Thermalwasser gefüllt werden können. Für mich gab es eines der teuersten Nachtessen, hatten wir Buffet bestellt und ich mochte die Meerestiere nicht so. Mein Nachtessen bestand hauptsächlich aus Spagetti Carbonara.

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2023. 10.29. Taipei

Gestern sind wir um Mittag aus Korea abgeflogen und kamen am Nachmittag in Taipei an. Gleich am Flughafen merkten wir, dass diese Reisegesellschaft wesentlich straffer organisiert ist wie die Gesellschaften, welche wir auf Borneo, Bali und auch in Korea erlebt hatten. Wir wurden mit dem üblichen Namensschild am Flughafen entfangen, aus dem Gebäude begleitet und einem Fahrer übergeben, welcher uns ins Hotel fuhr. Noch auf der Fahrt bekam der Fahrer einen Anruf für uns, welcher uns gleich die Zeit für heute morgen bekannt gab. Da gab es nicht mehr viel Zeit für das Frühstück. Schon bei der Fahrt zu unserem Hotel The Landis sahen wir ein Wahrzeichen Taipeis, das Grand Hotel Taipei, welches wie ein überdimensionierter budhistischer Tempel aussieht.

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Zum Nachtessen gingen wir etwas ausserhalb des Hotels ein Restaurant suchen. Nun war alles chinesisch beschriftet, viele Leute sprechen auch kein oder spärlich Englisch. Wir fanden per Zufall ein nettes Restaurant gleich neben einem prachtvollen Tempel, welcher von Gläubigen rege besucht wurde. In diesem Restaurant konnten wir uns auf englisch verständigen und ein verträgliches Essen bestellen. Uns fehlten hier die koreanischen Strassenküchen, wo man Teigtaschen und Reiskuchen mit verschiedensten Füllungen bestellen konnte.

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Morgen früh um 7h 30 wurden wir von unserem Tourguide abgeholt, wir waren die zweite Station beim Einsammeln der Gäste. Erst ging es zum Parlamentsgebäude, anschliessend zur Wachtablösung beim Schrein der Märtyrer. Es war Sonntag Morgen und wir natürlich nicht die einzigen Touristen. Vor mir ein Meer dunkelhaariger Köpfe, zwischen denen ich ab und zu die weissen Uniformen der Wache sah. Anschliessend fuhren wir ins Nationale Palastmuseum, wo einige Schätze der Verbotenen Stadt in Beijing ausgestellt sind. Wir konnten nur einen groben Ueberblick erhaschen, ein ganzer Tag hätte nicht genügt. Danach fuhren wir zum Grand Hotel Taipei, wo wir kurz die Reception besichtigten und von Aussen das Gebäude fotografieren konnten. Schon ging es weiter Richtung Chian Kai-shek Memorial Hall, einem überdimensionierten Gebäude zu Ehren dieses chinesischen Generals, welcher unbewusst und gegen seinen Willen der Gründer Taiwans wurde. Kurz nach Mittag war das Programm zu Ende und alle wieder in ihren Hotels.

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Zum Mittagessen suchten wir wieder ausserhalb ein Restaurant, da im Hotel nichts Brauchbares vorhanden ist. Mit etwas Mühe fanden wir ein geeignetes Lokal, welches auch in brauchbarer Zeit das Essen servieren konnte. Da erwischte uns auch der Regen und prompt stellte uns die Restaurantbedienung einen Regenschirm zur Verfügung.

Nun geht es schon wieder ans Umpacken. Wir reisen ja 5 Tage lang um die Insel und werden einen Teil unseres Gepäcks im Gepäckraum des Hotels lassen. Hoffe nur dass die anderen Hotels eine bessere Internetverbindung haben, hier im The Landis fällt sie immer wieder aus. Auch morgen früh gibt es Frühstück im Eilgang.

2023 10.27. Unser letzter Tag in Korea

Nun ist auch bald unsere Zeit in Korea abgelaufen. Gestern, den 26. Oktober unternahmen wir nicht mehr viel, da Sugi Knieschmerzen hatte nach der Bergtour mit den steilen Stufen. Wohl gingen wir am Morgen noch eine Stunde dem Fluss entlang spazieren, doch das war keine spezielle Leistung. Mittags assen wir in der Wohnung, welche uns zur Verfügung stand. Am Abend gingen wir bei Schwägerin Meong Sook zum Nachtessen, ihre Tochter Myong kochte. Dann wurden alle Verwandten nochmals angerufen und wir verabschiedeten uns von ihnen. Zurück in der Wohnung schliefen wir das letzte Mal auf der Matte am Fussboden, wir waren uns einig, das vermissen wir nicht.

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Heute morgen kurz vor 9h holte uns Myong mit dem Auto ab und wir fuhren nochmals bei der Apotheke vorbei, wo Meong Sook kurz herauskam um das letzte Mal Lebewohl zu sagen. Anschliessend fuhren wir nach Iksan, wo wir das Mietauto abgaben. Von Iksan fuhren wir mit einem Schnellbuss nach Inchon Flughafen, da wir alle von hier wegfliegen. Wir kamen nach 14h am Flughafen an. Wir haben Zeit bis morgen Mittag der Flug mit EVA Air geht um 12h. Deshalb stiegen wir im Hotel Ora in Inchon ab, einem modernen Bau am Ende der Pisten. Durch das Zimmerfenster sehe ich einen koreanischen Bauernhof sowie einige Reisfelder. Der Strand soll auch nicht weit entfernt sein.

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Nun sind wir auf Taiwan gespannt. In Korea hatten wir fast immer trockenes Wetter, auch wenn die Temperaturen langsam zurück gingen. Wie wird es im wärmeren Taiwan sein? Vermutlich wird es nicht mehr so viele Kaki geben.

2023 10.25. Mount Daedunsan

Für heute wurde mir erklärt, dass wir irgendwo in die Berge fahren, wo es viele Kakifrüchte gebe. Sugis Schwester Meong Sook wolle mitkommen, da sie dort eine Bekannte habe. Mehr war mir nicht bekannt. Zur abgesprochenen Stunde konnten wir noch nicht fahren, da der jüngste Sohn, welcher auch in der Apotheke arbeitet, noch nicht in Gosan angekommen war. Also wurde ich für eine halbe Stunde auf die Pirsch gesandt. Ich konnte einige Bilder der schönen, farbigen Spinne machen. Natürlich kam nun ich zu spät an den Treffpunkt.

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Myong fuhr uns allgemeine Richtung Stausee hinter Gosan, welchen ich noch von 1976 schwach in Erinnerung hatte. Meong Sook kam nicht mit, da der Sohn noch nicht eingetroffen war und sie die Apotheke betreuen musste. Recht kurvenreich ging es in ein Tal, wo ein grosser Parkplatz war. Einige Restaurants und Verkaufsläden säumten die Strasse Richtung einer Seilbahnstation. An Wänden sah man prächtige Bergbilder in verschiedenen Jahreszeiten. Wir marschierten erst einfach bergwärts, doch die Damen fanden den Weg etwas steil, so dass ich eine kürzere Distanz allein hochging bis zu einer Brücke. Wir begegneten vielen Fussgängern, welche mit Bergstöcken an uns vorbei auf – oder abwärts gingen. An einem Gedenkstein sah ich dass hier vor gut 200 Jahren eine Schlacht gegen die Japaner stattgefunden haben muss. Auch sah ich weit oben Nähe der Seilbahnbergstation eine Brücke sowie eine rote Leiter auf eine Felsspitze, dachte aber nicht viel dabei. Die Seilbahn war für uns erst kein Thema, kennen wir das zur Genüge aus derSchweiz. Auch wollten wir keine allzu grossen Spesen machen. Dann war auch schon Mittag und die Mägen sollten gefüllt werden. Sugi sah ein koreanisches Restaurant fast im Schweizer Stil, also beschlossen wir dort zu essen.

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Beim Essen sahen wir wieder wunderschöne Bilder einer Hängebrücke sowie einer Leiter zu verschiedenen Jahreszeiten und die Damen wurden aufmerksam. Sie hatten diese künstlichen Bauten in den Bergen gar nicht bemerkt und man dachte schon ans zurückreisen. Da erklärte ich ihnen, dass man in ein paar wenigen Schritten die Brücke wie auch die Leiter am Berg sehen könne. Also gingen wir etwas seitwärts und die beiden Objekte wurden sichtbar. Darauf wurde beschlossen, doch mit der Seilbahn hochzufahren.

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Oben angekommen eröffnete sich ein schönes Panorama. Steile Stufen führten bergwärts. Erst dachten wir mal zur Hängebrücke hochzugehen. Die Laubbäume waren zum Teil in prächtigen Farben. Viel Volk stieg auf oder ab. Wir kamen zur Hängebrücke und konnten es nicht lassen, an das andere Ende zu gehen. Immer wieder schoben wir den Punkt zum Umkehren hinaus. Nach der Hängebrücke ging es erst mal steil bergab, immer auf Stufen. Sugi stieg trotz ihrer Knieprobleme wacker mit. Nach dem tiefsten Punkt stieg ein Bergweg mit unterschiedlichen Stufenhöhen wieder an. Ich sah an Wegschildern, dass man die Hängebrücke nur in der Richtung wie wir gingen überquert werden sollte. Der Sinn war dass der Fussgängerstrom sich nicht zu stark in die Quere kommt. Auch waren die Stufen so steil angelegt, dass sich die Mehrheit am Geländer festhalten musste, da die wenigsten so bergtauglich waren dass sie in der Mitte der Treppen gehen konnten. Erst suchte ich vergeblich eine Abstiegsroute Richtung Seilbahn. So stiegen wir hoch, bis wir zur roten „Himmelstreppe“ kamen. Da beschloss ich mit Sugi zu warten, etwa 40 Meter zuvor war ein Abstieg vom Gipfel. Myong stieg über die „Himmelsleiter“ zum Gipfel und kam auf der Abstiegsroute herab. Nun stiegen wir wieder einige steile Passagen ab, bis ich eine eher schlecht markierte Abstiegsroute fand. Erst waren die Damen etwas skeptisch, doch es erwies sich doch für den richtigen Weg. Die Stufen waren teilweise gar neu, sicher noch kein Jahr in Betrieb. Nun konnten wir die Hängebrücke von unten besichtigen, bis wir wieder zur Route von und zur Seilbahnstation kamen. Noch einige sehr steile Stufen und wir konnten gemütlich wieder mit der Seilbahn ins Tal fahren. Bei der Talfahrt bewunderte ich die verschiedenen Farben der Bäume. Ich bedauerte dass die Kabine so voll Personen war, so dass ich nicht an meine Kamera kam.

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Nach der Seilbahntalstation Richtung Parkplatz wurde Sugi plötzlich aus einem Restaurant angerufen. Es war eine Verkäuferin, bei welcher Sugi vor wenigen Tagen in Gosan eine Jacke gekauft hatte und nun sich freute, ihre Kundin wieder zu sehen.

Es war eine wunderschöne Tour, denke ebenso schön wie der berühmte Sorak San. Eine halbe Stunde später waren wir wieder in Gosan.

2023 10.24. Wieder in Gosan

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Nun sind wir wieder in Gosan. Am Morgen des 22.10. sind wir nach dem Frühstück im Hotel Silla Stay in Dongtan erst im Park auf den Hügel mit dem Pavillon gestiegen, bevor wir um Mittag das Hotel verliessen. Mit einem Taxi fuhren wir erst zum Bahnhof Dongtan, wo wir wieder länger auf den Zug warteten. Mit dem Gepäck für 4 Personen hatten wir etwas Mühe im Bahnwagen, war der Zug doch gut besetzt. In Korea muss man auch für die normale Klasse einen Sitzplatz reservieren, wer ohne Platzreservation fährt steht im Gepäckabteil des entsprechenden Wagens. Erst wollte die Schaffnerin mich mit der grössten Koffer in einen anderen Wagen bringen, doch alles war überfüllt. Schlussendlich konnten wir unser Gepäck doch noch für die 45 minütige Fahrt gut verstauen. In Iksan beschaffte Myong wieder ein Mietauto und wir fuhren zurück nach Gosan.

Am Morgen des 23.10. ging ich erst etwas spazieren. Da wir nun all unser Gepäck nach Gosan gebracht hatten, verfügte ich wieder über mein starkes Teleobjektiv und ich gedachte etwas Vögel zu fotografieren. Leider bemerkten die Reiher mich immer sehr früh, so dass ich nicht zu den gewünschten Bildern kam. Auch hatte ich nicht die Geduld abzuwarten, bis sie sich an mich gewöhnt haben. Aber es gab ja noch grosse, farbige Spinnen, welche ich versuchte abzulichten. Anschliessend ging ich zum Hügel mit dem Pavillon und besuchte nochmals die Hügelgräber.

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Am Nachmittag fuhren wir in ein Waldreservat, wo sich das Laub auch schön verfärben soll. Leider waren wir auch da zu früh, die Verfärbung hatte erst stellenweise begonnen. Im Reservat gibt es eine Anlage mit Unterkünften, wo die gestressten Koreaner mal ein Wochenende ausspannen können. Auch einen Seilpark gibt es dort wie auch eine Hängebrücke, welche jedoch zur Zeit abgesperrt war. Dort gäbe es auch Wanderwege, doch zu Fuss hätte ich von Gosan mindestens eine Stunde dorthin zu gehen, natürlich Asphalt.

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Heute, am 24.10. fuhr Myong mit uns nach Jeonju zum Hanok Village, einem Künstlerviertel mitten in der Grossstadt Jeonju. Sugis Eltern wohnten früher in Jeonju, wo Sugi auch die Schulen besuchte, allerdings in einem anderen Viertel. Das Künstlerviertel war fast komplett im alten Stil und hatte einige kleine Pensionen sowie viele Souveniergeschäfte und andere Verkaufsstände. Viel Volk spazierte durch das Viertel, auffällig viele Personen tragen koreanische Trachten. Man konnte auch an mehreren Stellen solch eine Tracht erwerben, doch nicht immer passte die Tracht zum Träger oder zur Trägerin. Finde das schade, denn solch eine Tracht ist auch ein Kulturgut, das zu respektieren ist. Das Viertel hat mir so gut gefallen wie das Folkloredorf bei Suwon, es war wirklich ein schöner Ausflug.

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Zurück in Gosan gingen wir noch kurz auf den Wochenmarkt, welcher gerade stattfand. Wir wollten etwas Früchte kaufen und ein Bauer hatte schöne Trauben, abgepackt in Plasiksäcke. In einer Kiste waren 5 Plastiksäcke, wobei ein Sack den ungefähren Verbrauch für uns gewesen wäre. Sugi verhandelte mit dem Bauern, welcher natürlich auch wissen wollte, woher ich sei. Denke nicht dass er viel von der Schweiz kannte, es genügte ihm von weit her. Als wir bezahlt hatten und einen Plastiksack in eine Tasche steckten, gab uns der Bauer zu verstehen, dass wir die ganze Kiste erworben haben. Er packte den Traubensegen in einen grossen Plastiksack und gab uns diesen mit. Nun können wir eine Traubenkur machen.

2023 10.21. Seoul

Am Morgen gingen wir zu Fuss zum Gyeonghuigun Palast, welcher nicht weit von unserem Hotel entfernt war. Der Palast erinnerte uns stark an die verbotene Stadt in Beijing, nur nicht so gewaltig wie in China. Gleich nach dem ersten Tor auf einem Vorplatz wurden Kriegsspiele nachgespielt, eine perfekte Show. Der Palast war gut besucht, viele Besucher trugen die traditionellen koreanischen Trachten, es gab auch westliche Damen, welche sich so ausstaffiert hatten. Die Gebäude mit ihren geschwungenen Dächern, die farbigen Dachbalken, eine Pracht, welche ich immer wieder gerne sehe. Für mich war es sowieso etwas speziell, besuchte ich doch diesen Palast schon einmal 1976 an meinem allerersten Tag in Korea. Damals gingen wir beim Nationalmuseum spazieren, diesmal besichtigten wir die ehemaligen Regierungsgebäude und die Höfe, wo sich die Würdenträger aufhielten.

Doch kurz vor Mittag mussten wir unser Gepäck aus den Zimmern holen, da wir weiter nach Dongtan zogen. Erst fuhren wir mit der U – Bahn ein Stück, bevor wir auf einem Bahnhof der Zug Richtung Dongtan bestiegen. In Dongtan wurden wir wieder von der Nichte Juok abgeholt, welche uns zum Hotel Silla Stay fuhr, wo wir schon früher waren. Das Abendessen nahmen wir in der Wohnung von Juok und ihrer Familie ein, es gab ein kleineres, gemütliches Familientreffen.

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2023 10.20. Sorak San – Seoul

Wir verbrachten eine ruhige Nacht im altertümlichen Hotel „Kensington“ bei Sorak San. Das Hotel war wirklich im alten Stil mit Tapeten und vergoldeten Wasserhähnen. Jede Menge Sportler müssen dort übernachtet haben, auch eine ganze Ahnengallerie des englischen Königshauses hing im Speisezimmer. Ein strahlender Tag begann.

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Nach dem Frühstück war erst Wandern angesagt. Wir hatten Ausgang bis 11h 30, wobei ein Wanderweg zu einer Brücke empfohlen wurde. Leider war das Laub erst am Verfärben, wir waren etwas früh in der Gegend. Der Wanderweg, erst asphaltiert, dann Naturbelag verfestigt und schlussendlich ein Bergweg im Bereich T2. Die Gegend mit einem Fluss erinnerte mich stark ans Maggiatal, nur dass im Tessin massiv weniger Leute anzutreffen sind. Sugi und ich wanderten bis zur Brücke, wo die Reiseleiterin empfohlen hatte umzukehren. In der Tat begann nach der Brücke ein richtiger Bergweg (T3), doch auch aus Zeitgründen konnten wir nicht weiter wandern. Wir sahen von der Brücke aus auch einige Felskletterer, welche an einem Felsturm hochkletterten. Sah recht sportlich aus.

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Nachdem wir rechtzeitig beim Bus ankamen, musste man wie üblich auf die Nachzügler warten. Anschliessend fuhr man talwärts zum Mittagessen. Nach dem Mittagessen fuhr man mit einem Zwischenstopp nach Seoul, wo wir kurz nach 15h eintrafen. Seoul hat schon auch Hochhäuser, jedoch weniger so Wohnsilos wie einige Vorstädte. Fand die Stadt eher gemütlich, fast wie Zürich West, auch wenn der Verkehr recht dicht ist. Mitten in Seoul verliessen wir den Bus und die Reisegruppe löste sich auf. Jeder zog mit seinem Koffer seinen Weg. Wir gingen zum Hotel Silla Stay in Seoul und wurden im 11. Stock einquartiert. Unterwegs sahen wir noch einen schweren Motorradunfall, der Fahrer wurde über ein Auto katapultiert. Ich mochte nicht hinsehen, einige Zuschauer aber zückten das Handy und fotografierten.

Abends gingen wir noch mit Verwandten Essen. Jüngere Mitglieder der Verwandschaft mögen sich noch an mich anlässlich meines letzten Besuches in Korea erinnern, ich dagegen habe oft keinen Schimmer mehr, wer das ist und wohin die Person gehört. Man wird älter.

2023 10.19. Gyeongju – Sorak San

Heute war der Tag der langen Busreise. Morgens um 8h 30 fuhren wir in Gyeongju los und fuhren praktisch den ganzen Tag der Ostküste Koreas entlang, unterbrochen von kurzen Pausen und einer längeren Mittagspause. Der Himmel war bewölkt und zu Mittagszeit fiel etwas Regen. Unterbrochen wurde die Busfahrt am frühen Nachmittag bei Jeongdongjin, wo auf einer ausgedienten Bahnstrecke Touristen mit einer Art Draisinen dem Strand entlang fahren können. Diese Fahrzeuge gibt es als Zwei- wie auch Vierplätzer, bei den hinteren Sitzen sind Pedalen angebracht, die vorderen Sitze haben Handkurbeln. Meine Nichte Miong fand dass ich erst hinten sitzen soll und den Schalthebel wie auch die Bremse bedienen soll. Natürlich glaubte ich erst, das Gefährt lasse sich nur durch Muskelkraft bewegen und trat eifrig in die Pedalen, bis ich merkte der Wagen bewegt sich automatisch beim Betätigen des Schalthebels. Die Distanz zwischen den Wagen sollte mindestens 20 Meter betragen. So fuhren wir ca. 2 Kilometer den Strand auf- und abwärts. Zum Glück hatte es während unserer Fahrt keinen Regen. Ca. 10 Meter neben dieser ausgedienten Strecke fährt der reguläre Zug, muss landschaftlich eine sehr schöne Strecke sein.

Nach der Bahnfahrt ging es weiter zum nächsten Stopp, wo beim Parkplatz getrocknete Fische verkauft wurden. Natürlich schlug auch unsere Reisegruppe zu, so dass die meisten halb gesättigt den Bus wieder bestiegen. Gleich beim Parkplatz hatte es noch eine Tempelanlage, welche wir jedoch nicht besichtigten.

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Weiter ging es zu einem grösseren Ort, wo sich die Gruppe auf dem Markt selbst verpflegen konnte. Kein offizielles Nachtessen. Der Bus parkte hinter einem Parkhaus, in der Dunkelheit führte uns die Reiseleiterin zum gut besuchten Markt. Schnell zerstreute sich unsere Reisegruppe in der Masse und ich war mit Sugi allein. Wir hatten erst einige Mühe, das Parkhaus wo sich unser Treffpunkt befand wieder zu finden. Einige Reisrollen sowie einige Reiskuchen genügten uns zum Verzehr. Als wir gerade das Parkhaus wieder gefunden hatten, bemerkten wir auch unseren Fahrer. Doch auch der irrte sich in den Stockwerken. Beim Bus warteten wir auf die anderen Teilnehmer, welche nach und nach eintrafen. Die Letzte hatten gute 15 Minuten Verspätung auf die abgesprochene Zeit. Nach kurzer nächtlicher Fahrt erreichten wir das Hotel Kensington bei Sorak San. Das Hotel ist etwas in die Jahre gekommen, viele Sportler sind dort schon abgestiegen, doch das muss früher gewesen sein.

2023 10.18. Busan – Gyeongju

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Heute war ein recht abwechslungsreicher Tag. Am Morgen sahen wir eine imposante Kulisse vor unserem Fenster. Die Sonne leuchtete die Hochhäuser an. Nach dem Frühstück gingen wir erst am Strand etwas spazieren, bevor unser Program begann. Wir stellten fest, dass unser Zimmer nicht Richtung Meer ausgerichtet war, doch ich denke wir hatten zum Sonnenaufgang die imposantere Kulisse. Unser Tagesprogram begann auch mit einem Spaziergang zu einem Pavillon, wo nach dem Korea – Krieg die westlichen Staatsmänner die Unabhängigkeit Südkoreas unterschrieben. Sogar das Menue, welches die Teilnehmer erhielten, war ausgestellt. Nachher ging es zum UN – Soldatenfriedhof, wo alle gefallenen UNO – Soldaten nach Länder und alphabetisch gegliedert aufgeführt waren.

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Ich kam auch etwas in Kontakt mit der amerikanischen Reisegruppe und stellte mit Erstaunen fest, dass ich nicht der Einzige bin welcher unsere Reiseleiterin nicht versteht. Die jüngeren Teilnehmer sprechen zum Teil kein Koreanisch mehr. Ja, ich hörte gar von einem Paar, welches die begleitete Reise abgebrochen hat, obschon sie bezahlt haben. Sie sprachen kein Koreanisch und waren an der Kultur absolut nicht interessiert. So blieben sie im Hotel in Busan und treffen den Rest der Gruppe erst wieder zum Heimflug in Seoul. Das Paar, welches mir diesen Fall mitteilten waren recht erstaunt, dass eine Reiseleiterin mit Null Englischkentnissen für solch eine Reisebegleitung eingesetzt werde. Mir selbst ist es egal, hoffe nur immer über die richtigen Zeiten informiert zu werden, den Rest kann ich im Internet selbst recherchieren oder habe noch einiges Wissen von früher.

Vor Mittag verliessen wir Busan und fuhren allgemeine Richtung Norden, weg von der Küste. Vor dem Mittagessen wurde noch gefragt, wer scharfe Speisen mag und wer nicht. Ich wünschte nicht allzu scharf zu essen, doch ich denke dass die Bestellung verkehrt aufgegeben wurde. Diejenigen, welche gerne scharf assen, bekamen eine erträgliche Suppe. Meine war nicht nur wegen der Temperatur heiss, ich ass sie trotzdem. War auch nicht der Einzige, welcher offensichtlich nicht ganz das gewünschte Menü vorgesetzt bekam.

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Nach dem Essen ging es zum schönen Tempel Bulkguksa, Unesco – Kulturerbe, für mich einer der schönsten buddhistischen Tempel welche ich gesehen habe. Allerdings hätte er momentan eine Farbauffrischung nötig, hatte ihn in kräftigeren Farben in Erinnerung. Ich besuchte ja diese Gegend 1976 schon einmal, damals stauten sich die Cars mit Touristen noch nicht vor der Tempelanlage. Damals war es ein Regentag und wir waren allein in der Tempelanllage unterwegs. Im Gewimmel verloren wir Sugis Schwester Meong Sook und ihre Tochter, doch am Schluss waren wir wieder alle im Bus.

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Vom Tempel ging es zum Museum der Silla – Dynastie. Wieder sah ich die grosse Glocke, welche vor den Japanern versteckt wurde, indem sie vergraben war. Auch der Park vor dem Museum weckte alte Erinnerungen. Offensichtlich wurde der Abfahrtstermin nicht klar übermittelt, einige Personen kamen 30 Minuten später. Weiter ging die Fahrt zu den berühmten Hügelgräber der Silla – Könige, der Höchste soll 26 Meter hoch sein. Eines der Gräber ist für Besucher geöffnet und als Museum zugänglich. Man sah Goldschmuck fast wie in Egypten. Interessant war auch dass viele Elstern sich auf einem Grab in der Sonne sammelten, alle andern Gräber waren unbesetzt. Warum das so ist konnte nicht beantwortet werde. Eine kurze Busfahrt führte uns noch zum alten Konservatorium, wo die Gelehrten der Silla mit einem Wasserspiegel in einem Steinturm den Lauf der Sterne studierten. War ja auch vor gut 1’500 Jahren. Denke als junge Familie sind wir all diese Strecken noch zu Fuss gegangen.

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Anschliessend ging es zum gemeinsamen Nachtessen. Kaum waren die Leute fertig mit Essen, verliessen sie fluchtartig den Saal und stürmten in die benachbarte Bäckerei. Dort wurden Süssigkeiten gekauft, um im Bus nicht zu verhungern. Denke dass niemand alle Speisen des Nachtessens gegessen hat, es war einfach zuviel. Aber es war ja keine Süssspeise dabei. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unser Hotel The Hilton Gyeongju, wo wir unsere Zimmer bezogen. Morgen geht es etwas früher weiter, bin gespannt auf die nächsten 3 Tage mit dieser Gruppe.