2023 10.17. Von Namase nach Busan

Heute morgen waren wir noch in Namase, den deutschen Dorf in Korea. Wir wollten noch das Museum besichtigen, welches gestern geschlossen war. Auf 9h gingen wir zum Museum und besichtigten es. Sugi war froh, diesen Ort doch einmal gesehen zu haben. Es wurde angegeben, wie viele Männer und wie viele Frauen damals nach Deutschland gingen. Auch der Betrag, welchen die Gastarbeiter nach Hause sandten und dank welchem Korea sich entwickeln konnte wurde genannt. Wir besichtigten auch den Friedhof, wo einige Gräber schon reserviert waren. Da standen schon Grabsteine mit den Geburtsdaten, da die Personen noch leben, fehlt das Todesdatum. Immerhin können diese Leute ihre künftige Aussicht schon bewundern. Auch fiel mir auf, dass bei einigen Häusern der ehemalige Bewohner stand mit den Daten, wann und wo er oder sie in Deutschland gearbeitet haben.

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Anschliessend fuhren wir zum Fughafen bei Busan, wo wir eine Reisegruppe aus koreanischen Amerikanern oder amerikanischen Koreanern abwarteten, damit wir mit ihnen eine mehrtägige Tour unternehmen können. Wir hatten gut 2 Stunden Wartezeit, in welcher wir etwas assen. Die Reiseleiterin kam schon etwas früher und sprach uns an. Sie spricht nur koreanisch, kein Wort English. Als die Reisegruppe ankam, stellte ich fest dass nur noch ein Nichtasiate dabei ist. Ich sprach ihn kurz an, es ist ein Texaner, behauptet aber etwas Koreanisch zu verstehen. Somit bin ich das einzige Mitglied dieser Gruppe, welches gar nichts versteht was die Reiseleiterin bekannt gibt. Wohl spricht Sugi Koreanisch, versteht jedoch auch nicht immer alles.

Erst fuhren wir vom Flughafen zum Markt am Seehafen von Busan. Da die Sprache von einem Nachtessen und späteter Weiterfahrt zum Hotel die Sprache war, nahm ich erst an dass wir nun zum Essen gehen würden. Doch dem war nicht so, erst ging man den Markt besichtigen. Die Gruppe zersplitterte sich schnell. Meong Sook wollte etwas bei einem Goldschmid erstehen, da wurden Sugi und ich von der Reiseleiterin gesehen und aufgefordert, mit ihrer Gruppe zu gehen. Da hörte ich auch bis zu welcher Zeit wir wieder beim Bus sein sollten. Es war beinahe ein Sprint durch mehrere Marktstrassen, aber wir konnten mit der Reiseleiterin mithalten. Am Bus wartete schom Meong Sook mit Tochter Miong, welche sich Sorgen gemacht hatten. Wir stiegen ein und wurden durchgezählt. Einige Personen kamen kurze Zeit später. Der Bus fuhr langsam los. Als wir fast am Ende des Hafengeländes waren, hielt er nochmals an und zwei weitere Mitglieder der Reisegruppe stiegen unter Applaus zu. Nun waren wir komplett. Eine der beiden Damen fand es gar nicht lustig und beklagte sich, dass sie den Rückweg nicht mehr gefunden hätten.

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Nun fuhren wir erst zum Nachtessen und anschliessend in ein schönes Hotel, wo wir übernachten. Das Hotel soll direkt am Strand liegen, doch wir verzichten heute auf weitere Abenteuer.

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2023 10.16. Deutsches Dorf in Korea

Heute am 16. 10. sind wir kurz vor 10h in Gosan losgefahren Richtung Süden zum Deutschen Dorf Namhae in der Nähe von Pusan. Ja, das deutsche Dorf gibt es tatsächlich und ist auch im Internet zu finden. Das Dorf wurde für rückkehrende Koreaner gegründet, welche in den 70er – Jahren aus wirtschaftlichen Gründen aus Korea nach Deutschland gesandt wurden und nun im Pensionsalter sind. Sugi ist ja auch so ein Fall, nur dass sie nach Ablauf der vertraglichen vier Jahre in die Schweiz weiterzog wie andere Bekannte auch. Mehrere von ihnen verheirateten sich in der Schweiz, wo sie heute noch zufrieden leben. Es gibt jedoch auch Koreanerinnen, welche europäische Ehepartner haben und sich in Deutschland nicht so heimisch fühlten. Wir haben früher einmal in Italien solch ein deutsch – koreanisches Ehepaar kennen gelernt wo die Frau auch unbedingt zum Ruhestand nach Korea zurückkehren wollte. Sie fühlte sich in Deutschland nicht willkommen. Vieleicht lebt sie nun auch hier. Die koreanischen Frauen waren durchwegs als Krankenpflegerinnen in Deutschland tätig, die Männer arbeiteten im Ruhrgebiet in den Kohleminen.

Unsere Nichte Miong fuhr das Auto und wir kamen zügig voran. Früher war das mindestens eine Tagesreise, heute fuhren wir in nicht 4 Stunden hin. Die Landschaft welche wir durchfuhren erinnerte mich stark an den Sottoceneri resp. an der Apennin in Italien, bewaldetes Gebirge mit vielen Tunnels. Zwischendurch machten wir eine kurze Mittagspause und kamen schon um 13h 20 beim berühmten Dorf an. Da es noch zu früh für den Zimmerbezug war, fuhren wir erst zum Festplatz und unternahmen einen kleinen Spaziergang durch den oberen Dorfteil. Es hat sehr viele koreanische Touristen im Dorf, welche sich das Pseudodeutschland in Korea ansehen möchten. Auf dem Dorfplatz waren natürlich Dekorationen vom vergangenen Oktoberfest, eine schöne Kulisse für Fotos.

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Das Dorf ist zum Teil an einen recht steilen Hang gebaut, es gibt enge Strassen mit bis zu 10 % Steigung. Für Miong, an amerikanische Autobahnen in L.A. gewohnt, eine rechte Herausforderung. Alle Bezeichnungn sind Koreanisch, einiges ist auch auf Deutsch beschriftet. Zur Küste ist es noch ein rechtes Stück, schätze schon 30 Minuten zu Fuss. Es gibt auch Häuser welche andere, nicht deutschsprachige Länder präsentieren, so waren Frankreich, Holland, Schweden und Australien auch dabei. Selbst möchte ich nicht hier leben, in einer Art Disneyland.

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Zum Abendessen gingen wir ein Restaurant suchen, welches deutsche Kost anbot. Da Montag war und die meisten Gaststätten geschlossen hatten, blieben gerade noch zwei Restaurants zur Auswahl. Wir schauten uns erst die Bilder der verschiedenen Menues an, bevor wir uns entschieden. Denke wir haben anschliessend die richtige Wahl getroffen. Das Restaurant war voll besetzt mit Koreanern, welche wieder einmal deutsche Kost geniessen oder versuchen wollten.

2023 10.14. Gosan

Wir sind nun schon 2 Tage in Gosan. Einquartiert sind wir in einer leerstehenden Wohnung in der Nähe des Flusses, nicht weit von unserer früherer Unterkunft, wann immer wir in diesem Dorf weilten. Noch immer haben wir gelegentlich Mühe mit den elektrischen Installationen, auch den Gasherd haben wir nicht in Betrieb genommen. Aber langsam kommen wir etwas in eine koreanische Routine.

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Die Leute hier sind nicht mehr so distanziert wie in der Grossstadt, werde sogar ab und zu gegrüsst. Allerdings lässt sich das ländliche Gosan gar nicht mit den städtischen Bezirken vergleichen, auch ist die Ordnung ländlicher, wie bei uns in der Schweiz. Hier kümmert es niemand, wenn ein Busch mal bis Mitte Gehsteig reicht oder die Melonen den Fussweg am Fluss entlang völlig zudecken.

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Da ich genugend Zeit habe, ging ich gestern auf einen Berg mit einem Pavillon, welcher mir aufgefallen war. Der Fussweg hoch wird nicht so oft begangen, der Schwierigkeitsgrad etwa T2, einem einfachen Bergweg. Vom Pavillon hat man einen schönen Ausblick über Gosan und andere kleine Dörfer.

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Vom Pavillon ging ein Fussweg weiter über den Hügelrücken allgemeine Richtung Süden. Der Pfad glich dem Lägern – Höhenweg oberhalb Schartenfels bei Baden. Nach ca. 40 Minuten erreichte ich das andere Ende dieses Berges, eine Lichtung, wo zwei grössere Hügelgräber waren. Von dieser Anhöhe führte kein Weg ins Tal, jedoch war das Gras um die Gräber erstaunlich gut kurzgeschnitten und die Lichtung gepflegt. Offensichtlich müssen bedeutendere Personen dort begraben sein. Beim Rückweg überlegte ich noch kurz, ob ich einen anderen Abstieg nehmen soll, dessen Pfad mir schon beim Hinweg aufgefallen war. Doch ich vermutete dass ich dann auf der Autostrasse zurück Richtung Gosan zu gehen hätte und ich verzichtete.

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Am Nachmittag konnte Sugi auch einmal die Gräber ihrer Eltern besuchen, welche ausserhalb Gosan liegen. Es ist ein privater Friedhof, auch der verstorbene Schwager Seong Hong liegt dort. Allerdings war es nicht die Stelle, welche Seong Hong mir vor Jahren zeigte und erklärte, dass auch er und seine Frau einmal hier begraben werden.

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Heute morgen ging ich erst am Fluss etwas spazieren. Zuerst besuchte ich den Damm, wo ich vor Jahren badete und zum Verwundern einiger Koreaner damals herumschwamm. Nähe des Dammes steht auch ein Pavillon und unterhalb des Dammes hat es so eine Fitnessanlage, wie ich sie in Hwaseong auf dem Hügel gesehen hatte. Doch hier in Gosan wird die Anlage nicht mehr benutzt, alles wächst wieder zu. Offensichtlich gab es früher einmal von der Regierung ein Programm, wo solche Freizeitanlagen für die Bevölkerung erstellt wurden. An grösseren Orten werden diese Einrichtungen noch benutzt, hier auf dem Land hätte man das Geld sparen können. Auch die Spazierwege, welche auf einer Tafel mit Distanzen angezeigt wurden, sind in der Zwischenzeit zugewachsen. Schade. Auch vermisse ich mein starkes Teleobjektiv, welches in einem Koffer liegt. Hier hätte ich prächtig Reiher, Kormorane und anderes Federvieh fotografieren können. Der Fluss scheint ein Eldorado für Vögel zu sein.

Nachmittags fuhren wir nach Jeonju, wo wir einen Cousin von Sugi trafen. Shin Gwang war einst Geschichtsprofessor und für mich immer ein angenehmer Gesprächspartner. Er erinnert mich immer an meinen Gartennachbarn und Freund Hardi, mit welchem man vergleichbare philosophische Gespräche führen kann. Shin Gwang überraschte mich mit seinem Gedächtniss, lernte er auch einmal etwas Deutsch. So sangen wir heute gemeinsam die Lieder „Am Brunnen vor dem Tore“, „Sah ein Knab ein Röslein stehen“ und „Ich weiss nicht was soll das bedeuten, dass ich so traurig bin“, wobei Shing Gwang den Text des Lorelei – Liedes noch besser im Kopf hatte wie ich. Ich wollte wissen wie er das neue Korea mit den Hochhäusern sehe und er wollte von mir wissen, was ich von Calefornia in den USA halte. Die Uebereinstimmung war bemerkenswert.

Am Abend traffen wir fast alle Kinder meiner Schwägerin Meong Sook und Sugi musste viel erklären über die Schweiz. Das Abendesssen wurde in Meong Sooks Wohnung eingenommen, die Kinder kochten gemeinsam.

2023 10.11. Von Hwaseong nach Gosan

Am 10. Oktober war nicht viel los, da ich erneut unter Montezumas Rache litt. Wir beschlossen desshalb, keinen Ausflug zu unternehmen. Sugis Nichte brachte uns das Eisenbahnticket und nahm eine der grossen Koffer mit zur Verwahrung bis wir wieder Korea verlassen. Zur Verpflegung gingen wir im Quartier ein günstiges Restaurant suchen. Als wir für unser Nachtessen unterwegs waren, verloren wir in der Dunkelheit mal kurz die Orientierung. Ich orientierte mich immer an einer grösseren Durchgangsstrasse, Sugi suchte immer eine kleine Parkanlage, wo sie abends zuvor mit ihrer Nichte gesessen war. Doch wir fanden den Weg zum Hotel zurück ohne jemand ansprechen zu müssen. Eigentlich wollten wir Reiskuchen einkaufen, doch am Schluss wurden es vorwiegend Früchte in einem Supermarkt.

Am 11. Oktober war unser Umzug von Hwaseong nach Gosan, wo Sugis Schwester wohnt. Bis 12h hatten wir unser Zimmer zur Verfügung. Nach einem guten Frühstück gingen wir erst im Park spazieren, wobei wir nochmals den Hügel mit dem Pavillon erstiegen. Beim Pavillon tobte sich gerade eine Schulklasse aus. Ja, der Wald im Park wird vielseitig gebraucht. Wir verzichteten auf das Mittagessen und Sugis Nichte fuhr uns zum Bahnhof. Dort bestiegen wir einen modernen Zug wie ein TGV und fuhren in nicht ganz einer Stunde nach Icheon, wo wir in Empfang genommen wurden. Schon bei der Fahrt über das Land änderte sich das Landschaftsbild. Die Hochhäuser wurden niedriger, es gab auf einmal wieder ländliche Häuser. Dann näherten wir uns Gosan und ich hielt Ausschau nach einem alten Tempel, welchen ich anlässlich meines ersten Besuches mit meinem verstorbenen Schwager Seong Ho besucht habe. Beim Tempeleingang stehen zwei dicke hölzerne Säulen. Seong Ho behauptete damals, dass die Säulen so dick seien, dass kein Mann sie umarmen und beide Hände sich berühren können. Doch ich konnte dies tun, was ihn sehr ärgerte. Damit seine koreanische Männlichkeit wieder hergestellt war, nahm er vom Feld einige Paprikaschoten und ass sie. Natürlich sollte auch ich welche essen, doch sie waren mir zu scharf. Darauf antwortete er: „Korean man – little man, but strong man“ und war wieder zufrieden.

Wir fuhren zur Apotheke, welche Sugis Schwester Meong Sook gehört. Kurze Begrüssung, das Geschäft lief weiter. Ich hatte das Gebäude ganz anders in Erinnerung, nachhinein denke ich dass wir über eine ganz andere Strasse nach Gosan gekommen sind. An der Strassenkreuzung gibt es nun drei verschiedene Apotheken, das in einem Dorf mit geschätzten 2000 – 3000 Einwohnern. Sicher kommen auch Kunden der umliegenden Dörfer, aber der Konkurenzdruck ist riesig. Nachdem die Apotheke meiner Schwägerin in Folge der guten Lage auch recht gut lief, bekamen auch andere Lust am Geschäft mitzumachen, eine Apotheke verlegte ihren Platz an diese Kreuzung nachdem der alte Standort im gleichen Dorf nicht so erfolgreich war.

Wir bezogen anschliessend eine Wohnung, welche der Familie gehört, aber wenig benutzt wird. Abends kam uns Meong Sook abholen zum gemeinsamen Nachtessen. Leider achteten wir schlecht darauf, wo sie die Elekrizität abschaltete. Wir gingen schnell durch das eindunkelnde Dorf zu einem grösseren Restaurant, wo man wie in Korea üblich die Schuhe auszog. Dort am Boden lagen auch so Plastikfinken, welche auch einige Koreaner anzogen. Unbewusst zog ich auch solche Finken an und ging damit zu Tisch, ein Fauxpass sondergleichen. Ich wurde dann auch während des Essens von einer Bediensteten deswegen zurechtgewiesen. Auf den Tisch kam das Beste was die koreanische Küche zu bieten hatte, ein Feuertopf voll mit Gemüse, Fleisch, Tintenfisch, Krabben und Glasnudeln. Natürlich hatte ich Mühe mit den Stäbchen, insbesondere die Glasnudeln wollten nicht so recht wie ich es gerne gehabt hätte.

Nach dem Essen gingen wir noch in ein Geschäft, wo wir etwas Lebensmittel sowie eine Jeanshose für mich kauften. In der geschlossenen Apotheke schauten wir, ob die Hose auch passt. Anschliessend wanderten Sugi und ich durch das dunkle Dorf zurück zur Wohnung. Erst hatten wir Mühe, das Gebäude wieder zu finden. Welcher Seitenweg war es schon wieder? Als wir vor der Tür standen, konnten wir sie mit dem Code wohl öffnen, standen jedoch in einem dunklen Loch. Wir suchten überall Licht, erfolglos. Mehrmals gingen wir zum Korridor, welcher automatisches Licht hatte. Bis Sugi sich erinnerte, dass ihre Schwester beim Verlassen der Wohnung hinter der Tür etwas drückte. Siehe da, wir fanden den Hauptschalter und konnen in der Wohnung Licht anzünden. Wir räumten noch etwas auf und gingen dann schlafen. Für mich wurde es eine kühle Nacht, da Sugi immer wieder an der Decke zog. Ich verzichtete komplett auf die Decke und schlief im Schafanzug am kühlen Boden. Wie zu alten Zeiten in überfüllten SAC – Hütten, wo man im Notfall auf, wie auch unter dem Tisch schlief,immer noch angenehmer wie auf den Stühlen. Nun sind einige Tage Gosan angesagt.

2023 10.09. Korean Folk Village

Heute morgen hat es mit dem Frühstück funktioniert, wir kamen problemlos in den Speisesaal. Nach dem Frühstück gingen wir im Grünstreifen quer durch die Stadt etwas spazieren. Wir folgten dem gleichen Aufstieg wie gestern, nur gingen wir diesmal bis zum höchsten Punkt, wo ein Pavillon steht. Leider ist die Aussicht beschränkt, überall Bäume. Neben dem Pavillon hat es einige Fitnessgeräte, welche eifrig benutzt werden. Viele Koreaner gehen barfuss die Wege hoch, wobei oftmals Matten gelegt wurden, so dass die Füsse nicht sehr oft mit der Erde in Berührung kommen. Es war ein unglaublicher Betrieb auf den Wanderwegen, fast wie am Pfäffikersee an einem Sonntag Nachmittag. Was auch Sugi auffiel, kein Koreaner grüsst oder sucht auch nur Blickkontakt. Jeder eilt stumm am andern vorbei, welch ein Gegensatz zur Schweiz. Sogar Sugi fand das ungewöhnlich. Da habe ich wieder mal gemerkt, wie stark meine Frau die Schweizer Gewohnheiten angenommen hat. Beim Abstieg vom Hügel nahmen wir einen anderen Weg und waren am Schluss nicht sicher, wie weit wir noch vom Hotel entfernt waren. Da sprachen wir einen Mann an, welcher nicht so stur vor sich hin starrte und er begleitete uns noch ca. 50 Meter bis wir das Hotel durch das Laub wieder sahen.

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Nachmittags fuhren wir mit Juok zum Korean Folk Village bei Suwon. Selbst war ich schon einmal dort, 1976 bei meinem ersten Besuch in Korea. Das Grundkonzept ist noch das Gleiche geblieben, ein koreanisches Ballenberg mit Schauspielern, welche Szenen der damaligen Zeit nachspielen. Was etwas geändert hat ist dass es nun Verpflegungsstände und mehrere Souveniersstände gibt. Nach meinen Erinnerungen war es früher ein Volksmuseum, heute eher ein Gemisch mit einem Vergnügungspark. Aber ein Besuch lohnt sich noch immer, kann man wirklich Häuser im alten Stil sehen wie sie vermutlich heute in Korea kaum mehr anzutreffen sind. Wer will noch so wohnen? Gleich ausserhalb des Parkes steht das neue, moderne Korea mit seinen Hochhäusern. Noch hatte ich das alte Korea gesehen und staune immer wieder, wie modern das neue Korea geworden ist.

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2023 10.08. King Jeongios – Parade

Nachdem wir eine gute Nacht verbracht hatten, wollten wir heute morgen zum Frühstück gehen. Doch der „Gästekontrolleur“ fand uns nicht auf seiner Liste und liess uns nicht in den Speisesaal. Wir hatten Hunger und dachten schon ein anderes Restaurant in der Nähe zu besuchen, gingen aber zur Reception um uns zumindest für die restlichen Tage anzumelden. Auf unsere Beschwerde griff der Receptionist jedoch zum Telefon und meldete uns im Speisesaal an. Offensichtlich war die Anmeldung unser Frühstücks im Speisesaal gestern vergessen worden.

Nach dem Frühstück wollten wir etwas spazieren gehen auf einen bewaldeten Hügel gleich gegenüber. Doch mich ereilte erneut „Montezumas Rache“ oder wie der bösartige Geist in Asien immer heissen mag. Wir waren gezwungen, unseren Spaziergang wieder abzubrechen und ins Hotel zurückzukehren. Weiss nicht, ob ich noch in Bali etwas Schlechtes gegessen hatte oder ob das frisch aus Korea war. Hatte in Bali schon einmal dieses Problem. Aber so werde ich sicher nicht zu schwer aus unseren Ferien heimkehren.

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Um 13h wurden wir von Juok und ihrem 13jährigen Sohn abgeholt und nach Hwaseong gefahren. Dort fand gerade die King Jeongios – Parade statt, kann man vermutlich im Internet nachlesen. Die Parade resp. ein dramatisches Festspiel fand in Nähe des Grabes eines Königs aus dem 18. Jahrhundert statt, der in Korea eine grössere Bedeutung hatte. Juok vermutete dass eine grössere Anzahl Menschen teilnehmen werden, da zu Coronazeit dieser Anlass nicht durchgeführt werden konnte.

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Wir begleiteten den Umzug vom Eingangstor der Gedenkstätte bis zum Grab des Königs, wo sich auch zwei buddhistische Tempel befinden. Dort fand auch das Schaustück, ein Drama statt. Leider verstand ich die Sprache nicht, so konnte ich mich nur an den farbenfrohen Gewändern erfreuen. Die Zuschauer waren zahlreich, kostete es ja keinen Eintritt. Im Gegenteil, nach dem Ende der Darstellung werden alle Zuschauer mit Reiskuchen belohnt. Mein Vorschlag an die Tellsspiele, jeder Zuschauer erhält einen Apfel, gratis natürlich. Zum Leidwesen einiger Kinder mochten einige Eltern nicht warten, bis sie auch einen Beutel mit den Reiskuchen in Empfang nehmen konnten. Da gab es manch bittere Träne. Auch wir verzichteten gerne auf das Gebäck, mein Magen braucht keine zusätzlichen Experimente.

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Nun sitze ich im 19. Stock des Hotels und bewundere die nächliche Skyline. Fotografieren geht leider schlecht durch die Glasscheibe. Morgen soll es ins Folkloredorf Suwon gehen, das koreanische Ballenberg. War 1976 schon einmal dort und habe gute Erinnerungen.

2023 10.07. Bali – Korea

Nun sitze ich im Hotelzimmer in Dongtan Nähe Suweon bei Seoul und versuche meine Eindrücke der letzten Stunden etwas zu ordnen. Muss gestehen, fast leide ich etwas unter einem Kulturschock, so krass sind die Gegensätze zwischen Bali und Korea. Bali, wo nur schon der Strassenzustand mich oft an unsere Zeit in Argentinien erinnert hat, oft chaotisch, immer etwas unordentlich mit Regeln, welche man nur bei einem längerfristigen Aufenthalt versteht. Dagegen das fast klinisch saubere Korea, gepflegte Strassen, Städte mit modernen Hochhäusern, welche direkt aus den Feldern zu wachsen scheinen. Die moderne, zukünftige Welt? In den USA, wo es auch Städte mit vielen Hochhäusern gibt, fährt man in der Regel erst einige Zeit durch Gegenden mit ein- bis zweistöckigen Häusern, bevor man zur City mit den Hochhäusern kommt. Hier scheint das kleinbürgerliche Vorfeld nicht zu existieren.

Wir verbrachten ja unsere letzten Stunden auf Bali in der Hotelanlage bei Candidasa, schwitzend auf unseren Transport zum Flughafen wartend. Indess wurde erneut eine grössere deutschsprechende Gruppe zum Hotel geführt, für Nachschub war gesorgt. Auch durften wir bis 18h unser Zimmer benutzen. Auf 19h wurden wir abgeholt und fuhren von Candidasa zum Flughafen Denpasar. Wir hatten einen neuen Fahrer mit wiederum anderen Verkehrsregeln, auf alle Fälle er kam recht zügig voran und anstelle der erwarteten 2 – 2 1/2 Stunden schafften wir die Fahrt in 1 1/2 Stunden. Erstaundlich, der Strassenzustand war wesendlich besser wie in Umgebung von Ubud, breitere Strassen und oft auch weniger Schlaglöcher. Nochmals ging es an nachts angeleuchteten, gross dimensioniereten hinduistischen Gottheiten vorbei, für mich recht eindrücklich.

Da wir früher am Flugplatz waren, hatten wir Zeit zum Einchecken. Die Schalter waren etwas missverständlich bezeichnet. Erst standen wir in der falschen Kolonne an, beinahe wären wir nach China geflogen, wir waren jedoch nicht die Einzigen. Schlussendlich standen wir am richtigen Ort und gaben unser Gepäck auf. Neue Regeln. Unsere Koffer waren im Prinzip zu schwer, da Korean Airline weniger Gewicht akzeptiert wie die anderen Fluggesellschaften, mit welchen wir auf dieser Reise fliegen. Doch das spielte plötzlich keine Rolle, wichtig war nur dass keine elektronischen Geräte im Reisegepäck waren. Plötzlich konnte ich meinen kleinen Koffer mit den Kameras in die Kabine mitnehmen, was vorher bei Singapore Airlines nicht akzeptiert wurde. Nicht nur jede Fluggesellschaft, auch jeder Flughafen hat andere, eigene Regeln. Hatte das ja schon früher bei meinen Geschäftsreisen festgestellt, was manchmal gar zu recht kuriosen Erlebnissen führte. Item, meine Bedenken betreffend Uebergewicht und beschränkten Kabinengepäck löste sich in Luft auf.

So flogen wir nachts nach 1h in der Früh los, selbst schlief ich fast die ganze Zeit im vollen Flugzeug. Es waren auch viele Kleinkinder an Bord, was sich hauptsächlich zum Schluss bemerkbar machte. Sugi hatte noch in einem Tuch etwas Handgepäck bei sich, welches von einer Flugbegleiterin irgendwo verstaut wurde und nach der Landung nicht mehr aufgefunden wurde. So waren wir die Letzten, welche den Flieger verliessen. Sugi hatte erst etwas Probleme wieder koreanisch zu sprechen, zur Verwunderung der Flugbegleiterinnen wechselte sie immer wieder auf Englisch. Die Passkontrollen verliefen problemlos. Am Ausgang wurden wir von Sugis Nichte Juok erwartet, welche auch schon die Bustickets Richtung Hotel besorgt hatte. Bei Sugi kam nun die koreanische Sprache wieder besser in Fluss. Doch wir waren froh, dass Juok uns ins Hotel begleitete, allein wäre es etwas abenteuerlich geworden. So fuhren wir mit einem pünktlichen Schnellbus nach Dongtan. Die Busstation kam mir vor wie eine der grösseren Postautostationen im Tessin, wo man auch immer wissen muss, wann und wo welches Postauto wohin wegfährt.

Auf der Busfahrt fiel mir schnell auf, wie stark sich Korea in einen modernen Staat verwandelt hat. Wohl gibt es noch landwirtschaftlich genutzte Felder, doch immer wieder sieht man moderne Hochhäuser mit mehr wie 15 Stockwerken. Auch der Verkehr verlief ruhig und geordnet, wie bei uns in Europa. Nun bin ich gespannt, was die nächsten Tage bringen werden.

2023 10.05.+06. Candidasa

Nun sind wir am Ende unserer Rundreise durch Bali und verbringen noch 2 Tage im Candi Beach Resort ausserhalb Candidasa. Das Wetter ist tropisch schön, mit anderen Worten recht warm. Alles klebt. Am 05. sind wir mit dem Shuttlebus in den Ort Candidasa gefahren, wo sich ein bekannter Seerosenteich befindet. Monet lässt grüssen.

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Auch befindet sich ein Tempel beim Seerosenteich, doch man müsste einige Stufen hochgehen, schätze Höhendifferenz 20 Meter, zu viel bei dieser Temperatur. Aber der Rundgang um den Teich war schön. Auch sahen wir rote Libellen.

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Den Rückweg traten wir per Taxi an, zu Fuss wäre es gut eine Stunde gewesen. Auch fanden wir den genauen Einsteigeort des Shuttlebusses nicht mehr. Immerhin fanden wir einige Souveniersläden, die schon vollen Koffer füllen sich weiter.

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Am Abend wollten wir erst im indonesischen Restaurant in der Hotelanlage essen gehen, doch dort war ein Barong – Tanz angesagt und den Preis dafür wollten wir nicht ausgeben. Es war etwa das Doppelte pro Person, was wir normalerweise für uns beide für ein Nachtessen ausgeben. So assen wir im normalen Restaurant und schauten später von unserem Balkon zum Tanzplatz, wo wir ab und zu einen Tänzer wahrnahmen. Nicht alle bezahlenden Gäste hatten freie Sicht zur Tanzfläche, so dass zumindest die Hälfte der Zuschauer stehen musste.

Die Hotelanlage ist sehr schön und hat eigenen Strand. Doch zum Schwimmen ist das Meer hier suboptimal, gibt es eine starke Brandung in Distanz von ca. 10 Metern vom Ufer entfernt. Die Brandung ist so laut, dass man mit Kopfhörer gar Probleme hat Musik zu hören. Die meisten anwesenden Gäste sind Deutsche oder gelegentlich Australier.

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Am 7. Oktober morgens um 1h in der Früh werden wir von Denpasar Richtung Seoul fliegen. So werden wir erst um 19h in der Hotelanlage abgeholt. Nun sitzen wir im kühlen Hotelzimmer und warten auf den Abend. Um 10h morgens bekamen wir einen Anruf von Sugis Schwester aus Korea. Es war ganz ungewohnt, wieder einmal eines unserer Handy klingeln zu hören. Auch freuen wir uns, wieder im gemässigte Temperaturen zu kommen.

2023 10.03. – Von Lovina nach Candidasa

Gestern, am 3. Oktober verliessen wir Lovina und fuhren vom Strand wieder Richtung Berge. Unser Reiseleiter Henry erklärte uns, dass Lovina nicht mehr so gefragt sei wie auch schon, die Hotels haben Probleme mit der Auslastung. Es sind zu viele gebaut worden, auch biete Lovina mit Ausnahme des Strandes wenig Abwechslung. Deshalb sei die Gegend um Pemuteran heute mehr gefragt, da man zum Strand auch im Nationalpark wandern könne. Wir dagegen fanden Pemuteran etwas abseits von allem, gab es in der Nähe der Hotelanlage nur einige wenige Häuser. Lovina war doch noch ein grösserer Ort.

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Wir fuhren erst zum Pura Beji, dem Tempel der Reisgöttin, eine ältere Tempelanlage. Es ist einer der Lieblingstempel unseres Führers Hendrik. Noch waren wenig Touristen unterwegs, doch es war schon recht warm. Wunderschön war zu sehen, wie nach dem ersten Tor sich eine Mauer befand, wo die Gläubigen sich nach rechts oder links zu wenden hatten. Diese Mauer verhindert den Hexen und bösen Dämonen den Zutritt zum Tempel, das diese Gestalten nur in einer Richtung geradeaus gehen können.

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Anschliessend fuhren wir in die Berge, wo wir oberhalb eines Sees in einem Aussichtsrestaurant unser Mittagessen einnahmen. Von der Terrasse konnte man gut das 1963 beim letzte Vulkanausbruch zerstörte Gebiet erkennen. Die höchsten Gipfel Balis hüllte sich in Wolken. Nach dem Mittagessen fuhren wir zur ältesten und grössten Tempelanlage Balis, Besakih. Sie war sehr gross, auch der Besucherstrom war entsprechend. Dort sahen wir einmal ein Parkhaus, doch wir parkten auch nicht dort. Mit einem kleinen Shuttlebus fuhren wir etwas bergwärts, von wo wir die obersten Tempelanlagen besichtigen konnten. Natürlich durften wir als Ungläubige nicht ins Innere der Tempel gehen, uns blieben die Aussenbezirke vorbehalten. Weiter ging die Fahrt über die Berge, wo wir nun mal die berühmten Reisterrasen Balis sahen. Wir hielten an um einige Fotos zu machen, auch ein anderer Touristenbus stoppte dort. Die Reiseleiter kannten sich, sind sie doch im gleichen Reisebüro beschäftigt.

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Die andere, deutsche Gruppe hatte auch das gleiche Hotel als Ziel. Doch wir fuhren nicht gemeinsam dorthin, da wir das kleinere Auto hatten, konnten wir etwas andere, aussichtsreichere Strassen fahren. Wir fuhren Strecken mit Gefälle von mindestens 20%. Vor 14 Jahren gab es dort noch keine fahrbaren Strassen, es waren noch Wanderwege. Nach abenteuerlicher Fahrt kamen wir im Hotel Candidasa Beach an, wo wir ein sehr hübsches Zimmer mit Blick aufs Meer bezogen. Ich versuchte in der Hotellobby noch Geld zu wechseln, da meine Ringgits knapp wurden und der Reiseleiter mir schon einmal aus der Patsche helfen musste. Nicht überall kann man mit Kredidtkarte bezahlen. Doch auch nicht überall kann man SFr. wechseln. Da die Schweiz vor kurzer Zeit die Banknoten auswechselte, bekam das Hotel offensichtlich noch altes Geld, welches sie nicht problemlos einlösen konnten. Deshalb beschloss das Hotel, keine Schweizer Franken mehr anzunehmen. Euro und Dollars schon, doch ich hatte dieses Geld nicht.

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Heute morgen fuhren wir erst zu einem Geldwechsler, so dass ich wieder etwas Bargeld habe. Es war ja auch unser letzter Tag der Rundreise und der Fahrer erwartet ja sicher auch ein Trinkgeld. Wir fuhren erst zum Dorf Tenganan, wo noch Ur – Balinesen zu Hause sind. Dieses Volk heiratet nur untereinander, kein fremdes Blut wird akzeptiert. Eine Einnahmequelle ist offensichtlich die Zucht von Kampfhähnen, bei welchen das Gefieder oft auch künstlich eingefärbt wurde. Fast vor jedem dritten Haus wurden Souveniers verkauft.

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Weiter ging es zum Tempel Goa Lawah, dem Fledermaustempel. Dort bekamen wir nochmals eine Opferprozession zu sehen. Auch sahen wir auf Distanz eine Schlange in der Fledermaushöhle, Glück für uns, da eher ein seltener Anblick, Unruhe für die Fledermäuse, welche sich einen anderen Ruheplatz suchten. Interessant war die Inbrunst der Gläubigen zu sehen, welche sich nicht beim Beten und Opfern von den Touristen stören liessen.

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Nun ging es weiter nach Klungkung, wo wir den alten Palast wie auch den Gerichtssaal besichtigten. Hendrik erzählte uns kurz die Geschichte des Fürstenhauses, welches hier herrschte. Sie wurden von den Holländern vertrieben und haben in der Folge den Ort definitiv verlassen, da nun unrein. Die Holländer hatten ja Gewehre, die Einheimischen nur ihre Stichwaffen. Eine schwarze Stulpa erinnert noch an dieses Ereigniss. Die Gerichtshalle wie auch eine weitere Halle ist voll von Gemälden aus jener Zeit, so wie früher die Kapellenbrücke in Luzern.

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Zum Mittagessen und gleichzeitig Abschluss unserer Rundreise auf Bali fuhren wir nochmals in die Berge zu einem Aussichtsrestaurant. Dort hatte man einen schönen Blick in ein Tal voller Reisterrassen. Auch die Zikaden genossen wohl diesen Ausblick, das Konzert dieser kleinen Tiere war ohrenbetäubend. Wir waren von den ersten Gästen und bekamen einen sehr guten Tisch. Das Lokal füllte sich zusehens, doch die Zikaden überstimmten problemlos den Gästelärm. Die Rückfahrt zum Hotel durften wir selbst wählen zwischen dem Weg hoch von heute und der Abfahrt von gestern. Gerne fuhren wir nochmals die abenteuerliche Strecke wie gestern Abend. Beim Hotel verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer, da wir nicht sicher sind, ob er uns zum Flughafen fahren wird. Henri wird uns am übernächsten Abend im Hotel abholen, unser Flug nach Korea startet ja um 1h in der Früh. So haben wir noch einen Tag um auszuruhen und die Koffer umzupacken.

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2023 10.01. + 02. – Von Ubud über Pemuteran nach Lovina

Am Sonntag, 1. Oktober 23 verliessen wir das quirlige Ubud und fuhren nordwärts Richtung Berge. Erst unterbrachen wir die Reise bei einer Kaffee- und Thee – Plantage, wo uns erst Henri die verschiedensten Fruchtbäume zeigte. Es gibt ja viele Früchte, von welchen wir keine Ahnung haben. Eine junge Dame, welche immer einige Schritte vor uns war, lud uns anschliessend an einen Tisch ein, wo wir mehrere Kaffees und Thees zur Degustation bekamen. Dazu gab es gleich einen Zettel, auf welchem wir ankreuzen konnten, welche Aromen uns besonders schmeckten. Mit diesem Zettel konnte man anschliessend in ein Verkaufslokal gehen, wo man diese Produkte erstehen konnte. So wurden unsere Koffer nochmals etwas schwerer.

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Weiter ging es den Berg hinauf. Es herrschte ein reger Verkehr, erst dachten wir dass der Sonntag die Ursache sei. Doch als wir beim Tempel Pura Urun Danu ankamen, gerieten wir gerade in die Prozession des Tempelfestes. Ein Zufall, den man nicht planen könne gemäss unseres Reiseleiters Henri. Dass gerade jetzt das Tempelfest stattfand, wusste auch er nicht. Es war eine Farbenpracht, vorwiegend in Gelb. Da wurden wieder Berge von Geschenken an die Götter an uns vorbei getragen, Umzüge mit Tanzmasken vorgeführt, alles um die verschiedenen Herrschaten, an welche das Volk glaubt, zu beschwichtigen. Die Opfergaben werden meistens auf dem Kopf getragen, ist der Kopf doch der wichtigste Körperteil gemäss der Ansicht dieses (aber?)gläubischen Volkes.

Weiter ging es nun auf die andere Seite des Berges, wo wir unterwegs nochmals anhielten. Wir besuchten den Wasserfall Gilit, der auch für Sugi einfach erreichbar war. Beim ursprünglich vorgesehenen Wasserfall hätten wir eine grössere Höhendifferenz über Treppen überwinden mussen, beim Gilit hilt sich das noch in Grenzen.

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Nach dem Wasserfall war es Zeit für das Mittagessen, welches wir in der Hotelanlage Lovina einnahmen. Eine Nacht später werden wir dort verbringen, nun ging es aber weiter nach Pemuteran. In Pemuteran wurden wir in einer wunderschönen Ferienanlage einquartiert, der Nachteil war, sie steht im Niemandsland. Kein Dorf in der Nähe, nur einige Häuser von Bauern der Umgebung, dafür am Rande des Bali Nationalparkes. Da ich kein Badefreak bin und noch weniger für das Schnorcheln oder Tauchen zu begeistern, wäre Urlaub dort leider nicht mein Ding. Unser Zimmer war sehr interessant, von aussen liess sich die Tür mit einem grossen Vorhängeschloss schliessen. Innen schob man einen währschaften Holzriegel vor. Das Badezimmer mit der Toilette war auf der gegenüber liegenden Seite in einem mit einer Mauer umschlossenen Innenhof, unter freien Himmel. Das Bett war ein wahres Himmelsbett, mit einem rundumgehender Vorhang zum Mückenschutz. Leider verbrachte ich einen Grossteil der Nacht im Freien auf der Toillete, da ich etwas Durchfall bekommen habe. Da konnte ich nun in der Nacht den Flughunden zuhören, wie sie zu einem Mangobaum in der Nähe flogen, um sich an den Früchten zu laben.

Die Nordseite Balis ist momentan vertrocknet, fast alle Blätter sind gelb und vertrocknet. Ende Oktober soll die Regensaison kommen. Doch dieser Zustand kam uns nun zu Gute. Anstelle der Schnorcheltour, welche wir nicht mitmachen wollten, organisierte unser Führer eine Wanderung im Bali – Nationalpark. Dort sahen wir zu den helleren Affen auch eine schwarze Affenart, wenn auch hoch in den Bäumen. Auch sahen wir Eichhörnchen und hörten verschiedene Vögel. Der Wald an sich war schon interessant, mit Ausnahme von zwei anderen Touristen mit Führer waren wir die Einzigen vor Ort. Doch wir waren recht zufrieden mit diesem Ausflug.

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Weiter ging es zum Affentempel, wo natürlich auch wieder das Tempelfest stattfand und wir als Ungläubige nicht das ganze Areal besichtigen durften. Die Affen waren übersättigt, viele Lebensmittel lagen unbeachtet am Boden. Dafür spielten die Affen in der Tempeldekoration.

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Nun besuchten wir die heissen Quellen, wo vorwiegend Touristen badeten. Wir assen auch unser Mittagsmal dort.

Weiter ging es zu einem budistischen Tempel, farbenfroh wie immer. An diesem Tempel kam auch etwas der balinesische Stil zum Ausdruck, die verschörkelten Verzierungen kontrastierten etwas mit dem schlichten Buddah.

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Nach diesem Tempel ging es zum Hotel, wo wir schon tags zuvor das Mittagessen einnahmen. Morgen geht es dann weiter nach Candidasa, wo wir wieder mal die Koffer richtig öffnen können. Wir genossen das Abendessen am Strand, zuerst noch an der Abendsonne, später in der Nacht. Unter dem Aequator gibt es ja keine lange Dämmerphase.