Nachts regnete es zeitweise recht stark. Doch am Morgen war es nur noch bewölkt, Nebel lag auf der Kante des Bryce Canyons. Wir beschlossen trotzdem eine Wanderung zu unternehmen, wobei Sugi im Camper zu bleiben wünschte. Es war ja einer meiner letzten Träume in Nordamerika, eine Wanderung im Bryce Canyon.

Zu viert zogen wir los und wählten zum Abstieg in das Gebiet der Sandsteintürme den Navajo – Trail. Der Bryce Canyon ist ja kein eigentlicher Canyon, sondern eine Abbruchkante. Die aus Sandstein bestehende Kante hat verschiedene Farben, wobei Rot und Gelb Vorrang haben. Man steigt auf angenehmen Wegen ab und ist schnell zwischen Sandsteintürmen, kommt in kleine Schluchten, steigt wieder etwas hoch und steigt wieder ab. Eine fantastische Landschaft öffnet sich. Zum Teil waren die Wege recht schlammig auf Grund der Regenfälle vergangener Nacht. Unsere Schuhe wurden schnell mit Schlamm bedeckt, wir mussten sie später regelrecht waschen.

Es war eine fantastische Wanderung, wir wechselten auf verschiedene Wanderrouten. Alle waren begeistert und fotografierten immerzu. Manchmal begegnete man den gleichen Personen an verschiedenen Stellen, sie stiegen manchmal etwas in den Canyon ab und zurück zum Rand und nahmen den Gratis Shuttle Bus zum nächsten Aussichtspunkt mit Abstiegsmöglichkeit. Einige Personen waren nicht so wandergewohnt, man sah das sofort, wenn sie an den Wänden kleben blieben oder Hilfe benötigten. Der Schwierigkeitsgrad überschritt jedoch nie T2, nicht einmal an den schlammigen Stellen.


Nach 13h, als wir wieder an einer Wegverzweigung standen, beschloss ich zum Camper zurück zu gehen, damit Sugi nicht so lange alleine sei. Hatten wir doch eine Rückkehr um 14h abgesprochen. Auch Susi wollte die Wanderung abbrechen, bei ihr war der Akku des Handys leer und das Fotografieren stark eingeschränkt. Christoph und Jane wünschten noch länger im Canyon zu bleiben und an einer anderen Stelle auszusteigen. Ich nahm an der Abbruchkante den nächsten Shuttle – Bus und war um 14h beim Camper zurück. Zu unserer allgemeinen Überraschung kamen Christoph und Jane gute 5 Minuten vor Susi zurück, es war um 17h. Alle mussten ihre Schuhe waschen gehen.

Abends hatten wir noch ein spezielles Erlebnis. Sugi, Christoph und ich gingen nochmals hoch zur Abbruchkante am Bryce Canyon. An der Abbruchkante gingen Christoph und ich etwas weiter hoch dem Fairyland – Trail entlang, Sugi wollte allein zurück gehen. Auf einer bestimmten Höhe beschlossen auch wir, zurückzugehen und stiegen auf Wegspuren direkt durch den Wald zu unserem Fahrzeug. Von Sugi keine Spur. Also beschlossen wir sie suchen zu gehen. Wir fanden sie nicht. Wir trennten uns, nachdem Christoph mit Jane telefoniert hatte und die Verschwundene noch nicht aufgetaucht war. Christoph orientierte auch einen Park – Ranger, welcher gerade seine Runde machte. Als Christoph und ich wieder zusammentrafen, telefonierte er nochmals mit Jane. In der Zwischenzeit war Sugi schon länger beim Fahrzeug eingetroffen. Sie hatte wohl den Weg verpasst und hat anschliessend eine Toilette aufgesucht, bevor sie das Wohnmobil erreichte. Ich konnte kein Telefon hören, da meine Hörgeräte sich um Aufladen im Wohnmobil befanden. Christoph hatte sein Mobiltelefon auf lautlos gestellt. So hatten wir noch etwas zum Lachen, nachdem die Geschichte harmlos ausgegangen ist.