Nun ist es soweit, unsere Reise mit dem Zug und Bus quer durch Kanada, mit dem Schiff nach Alaska und mit dem Camper durch die USA begann. Die Planung begann vor über einem Jahr und hat mehrere Korrekturen erhalten. Einige Änderungen ergaben sich aus politischen Gründen, doch auch die Natur (Waldbrände) beeinflussten unser Reiseprogram. Wir werden nun sehen, wie die ganze Reise ablaufen wird.
Am 5. September sind wir mit der Swiss in einem sehr gut besetzten Flugzeug von Zürich nach Toronto geflogen. Das Flugzeug war zudem eng bestuhlt. Die Mehrzahl der Passagiere hatte indische oder pakistanische Wurzeln. Da unsere Reise durch Kanada und den USA ja länger dauert, hatte ich drei grosse Gepäckstücke aufgegeben, ohne dass die Swiss zusätzliche Gebüren erhoben hatte. Gemäss Vorschriften waren zwei erlaubt. Allerdings war das totale Gewicht unterhalb des Wertes, welches wir gemäss Vorschriften zu gut hatten. Im Regen folgen wir in Zürich weg, bei bewölktem Wetter kamen wir in Toronto an.
Durch den Zoll ging es problemlos. Wir suchten einen Hotelshuttle, welcher uns preiswerter vom Flughafen in die Stadt bringen sollte wie ein Taxi, doch kein Shuttlebus fuhr in die gewünschte Gegend. Ein pfiffiger Busfahrer kam auf die glänzende Idee, uns mit seinem Bus zum nächsten Hotel zu bringen, von wo die normalen Taxis preiswerter wie die Flughafentaxis in die Stadt fahren. Da ich nicht wusste, wie viel ich ihm zu zahlen hatte, bezahlte ich ihn mit kleinen Scheinen, bis seine Augen zu glänzen anfingen.
Das Hotel befindet sich mitten in der Stadt. Nachdem ich glücklich die Zimmerkarte erhalten hatte und das Gepäck mit Sugi im Zimmer war, ging ich nochmals zur Lobby, wo die Reiseleiterin auf die Gäste der Rundreise durch Kanada wartete. Da stellte ich fest, dass wir eine recht durchmischte Gruppe sein werden. Mit mir zusammen bekamen ein Paar aus Australien und ein Paar aus Schottland die neuesten Unterlagen. Auch ein US – Amerikaner mischte sich quer ein. Offensichtlich buchten nicht alle Teilnehmer das volle Program, so wurde gefragt, wer die Schiffsreise nach Alaska mitmache. Die Australier kommen nicht mit. Der US – Amerikaner fährt mit, hat jedoch selbstständig gebucht. Unsere Buchungen waren der Reiseleiterin vollständig unklar. Die Reiseleiterin will von all den Schiffs – Passagieren das elektronische Visa für die USA sehen. Denke dass die Reiseleiterin gute Nerven braucht, um diesen Flohzirkus gut über die Runde zu bringen.

Des Abends suchten wir eine Lokalität, um eine Kleinigkeit zu Essen. Das Restaurant im Hotel mochte Sugi nicht zu begeistern. Doch ich hatte aus dem Hotelfenster einige asiatische Restaurants gesehen, also los auf die Gassen. Es gab gleich mehrere asiatische Restaurants, bei einigen standen die Leute auf der Strasse und warteten, bis ein Tisch frei wurde. Wir fanden ein chinesisches Restaurant, welches Platz hatte. Doch die Speisekarte war auf Chinesisch geschrieben, die Bedienung konnte auch zu wenig English, um uns zu erklären, was jedes Gericht sei. Wir konnten ja kein Chinesisch. So bestellten wir auf Basis der Bilder, welche auf der Speisekarte abgebildet waren. Meine Wahl erwies sich als die Glücklichere, Speck mit Pilzen, nicht so scharf. Natürlich teilten wir beide Gerichte und hatten zu viel.
Zurück im Hotel stellte ich fest, dass offensichtlich beim Einchecken unsere Koffer geöffnet wurden. Von meinem Rasierapparat war nur noch das Kabel da und auch die Stirnlampe, welche ich für unsere Reise im Camper quer durch die USA eingepackt hatte, war nicht mehr da. Also gibt es wieder was zu organisieren.
Am Morgen des 6. Septembers fuhren wir mit einem Reisebus zu den Niagarafällen. Das Wetter war noch immer bewölkt, aber kein Regen. Wir wurden alle zum Schiffssteg geführt, wo wir die Bootstour zu den Fällen in eigener Regie unternehmen konnten. Nun erhielten wir rote Regenmäntel, die Amerikaner fahren ja mit blauen Regenmänteln. Das Schiff war ca. zur Hälfte gefüllt, wir hielten uns im hinteren Teil des Aussichtdecks auf. Dank des Windes wurden wir vom Wassernebel gut eingefeuchtet, in Folge der Feuchtigkeit kam ich fast nicht zum Fotografieren. Die Mehrzahl der Gruppe hatte sich für das Mittagessen auf dem Skylon – Tower angemeldet. Es gab das für die USA übliche „All you can eat“ – Buffet, nicht schlecht gekocht, aber überfüllt. Vom Essensplatz hatte man eine schöne Aussicht zu den Fällen. Nach dem Essen konnte man noch etwas höher fahren, wo sich eine Aussichtsplatform befindet. Die Plattform führte rund um den Turm, doch interessant für die Touristen war natürlich der Blick auf die Fälle. Vor dem Lift für die Fahrt auf den sicheren Boden musste man mit Wartezeiten rechnen.

Nach 14h fuhren wir wieder Richtung Toronto zurück, vorbei an den Rebbergen und dem Ort Santa Caterines, welcher mir von meiner Berufszeit noch so gut in Erinnerung ist. Eine Zeit lang war ich regelmässig jeden Winter zumindest einen Tag in Santa Caterines, um Modelversuchen von Entstickungsanlagen in Rauchgaskanälen von Kohlekraftwerken beizuwohnen. Mehrmals war ich wenige Meter von den Fällen entfernt über die Brücke zwischen den USA und Kanada gefahren, ohne die Fälle zu sehen. Erst im 7. Jahr besuchten wir dieses Naturwunder, wobei ich zum Erstaunen des kanadischen Arbeitskollegen nicht in einen Begeisterungssturm verfiel. Doch so schön diese Fälle auch sein mögen,die Iguazufälle in Südamerika sind lieblicher, die Victoriafälle im südlichen Afrika sind gewaltiger.
Bei der Rückkehr fuhren wir noch eine kleine Stadtrundfahrt. Doch leider blieb keine Zeit, die unterirdische Einkaufsstadt zu besuchen. Um den Menschen in den kalten, windigen Wintermonaten auch das Einkaufen angenehm zu machen, wurden ganze Fussgängerzonen und Einkaufszentern in den Untergrund verlegt.

Morgens geht es mit der Bahn weiter. Wir sahen heute zwei Mal solche Züge fahren, sie sind viel kürzer wie ich sie mir vorgestellt hatte. Nun gilt es wieder packen. Dann sind wir 3 Tage mit der Bahn unterwegs.