2024 08.13. Diamond Hill

Heute hatte ich meinen ersten organisierten Ausflug in Irland gebucht. Das Ziel war der Connemara Nationalpark als Ganztagestour. Der Treffpunkt war um 10h vor dem Hyde Hotel in Galway. Gemäss Anmeldungsangaben war das Alter der Teilnehmer zwischen 18 und 64 Jahre beschränkt. Da war ich etwas skeptisch, ob ich mit meinen 76 Jahren noch problemlos angenommen werde, doch meine Befürchtungen waren grundlos. Der Bus füllte sich. Rasch wurde klar, dass gleich zwei unterschiedliche Gruppen gleichzeitig unterwegs waren. Die erste, grössere Gruppe fuhr zur Kylemore Abbey, welche sich auch in der Region Connemara befindet. Nur 14 Personen fuhren zum Nationalpark. Mit dabei war eine ältere Dame, welche neben mir im Bus sass. Sie stammte aus Galway und war noch nie im Nationalpark Connemara.

Nach einem ersten Zwischenstopp fuhr der Bus erst zur Abbey, wo die Personen ausstiegen, welche diese Tour gebucht hatten. Der Buschaufeur war gleichzeitig der Reiseführer und erklärte, dass er alle in 2 Stunden wieder abholen komme. Er verteilte die Eintrittskarten und frug gleichzeitig, ob sich jemand der Naturparkbesucher sich umbesonnen habe. Gleichzeitig gab er Hinweise und Ratschläge, wie der Besuch in dieser Zeit am Besten abzuwickeln sei. Den Rest der Gruppe fuhr er nach Letterfrak und händigte uns eine kleine Karte aus mit vier verschiedenen Touren, welche im Nationalpark möglich sind. Allerdings gab er auch uns nur 2 Stunden Zeit, sofern wir versuchen möchten den Diamond Hill zu besteigen, sollen wir spätestens nach einer Stunde umkehren. Es sei zu bedenken dass die Wege steinig und teilweise glitschig sind. Die Tour war mit 2 1/2 h angegeben.

So starteten wir denn alle Richtung Diamond Hill, wo in halber Höhe noch andere kürzere Wanderungen möglich waren. Erst sah ich noch einige der jungen Leute unserer Tour, doch ich lief ein besseres Tempo. Wie ich den Berg einschätze, dachte ich dass es möglich sei in einer Stunde den Gipfel zu erreichen. Auf dieser Route war eine rechte Völkerwanderung. Zum Glück war ich in meinen leichten Bergschuhen, so dass es im steinigen Gelände für mich kein Problem war vorwärts zu kommen. Auch klarte das Wetter etwas auf, zum Glück hatten wir keinen vollen Sonnenschein. Ab und zu dachte ich dass ein Fotostopp nun angebracht wäre, doch ich wollte möglichst wenig Zeit verlieren. Der Wanderweg war sehr gut ausgebaut und auch die „Kletterstufen“ waren recht einfach zu gehen. In der Schweiz entsprechend T1 – T2. Landschaftlich sehr schön.

Und wirklich, nach genau einer Stunde querte ich den Gipfelgrat, von wo ich nun doch einige Fotos machte. Ohne zu Essen und ohne zu Trinken stieg ich auf der einfacheren Abstiegsroute ab und erreichte Ledderfrak ca. 10 Minuten vor der abgesprochenen Abfahrtszeit. Ich traf wohl 2 Mitreisende aus Chile, doch wir waren nicht sicher ob wir am richtigen Ort warteten. Ca. 5 Minuten später sahen wir plötzlich den Buschaufeur, welcher uns winkte. Wir hatten am falschen Ort gewartet. Beim Durchzählen der Teilnehmer „Nationalpark“ wurde eine Person vermisst, doch niemand war sicher ob diese Person wirklich mit uns ausgestiegen war. Wie ich später feststellte, war es die ältere Dame aus Galway, welche nicht mehr mitfuhr. Wie auch immer, der Bus fuhr weg.

Die Rückfahrt erfolgte auf einer anderen Strecke und wir hatten nochmals zwei Stopps. Beim Ersten hielten wir bei einem kleinen See mit einem Bauernhof, wo man die Ziegen füttern konnte. Für eine Büchse mit Trockenfutter bezahlte man einen Euro. Die Ziegen waren nicht mager. Beim See sah man auch eine Stelle, wo Torf gestochen wurde. In Irland wird ja noch viel mit Torf geheizt. Der Abbau des Torf geschieht nicht regelmässig, so dass eine ungleichmässige Landschaft entsteht. Nicht mehr landmaschinentauglich, für mich erstaunlich in einem Land, welches hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt.

Abends gegen 17h waren wir zurück in Galway. Zu Erwähnen ist noch dass uns der Busfahrer während der ganzen Reise die Geschichte Irlands von der Steinzeit bis heute in groben Zügen erklärte. Welche Stämme wann kamen, welcher König was tat. Die Engländer kamen nicht so gut weg. So erklärte er auch dass zum Bau des Schiffes „Titanic“ ca. 900 Iren beschäftigt waren, jedoch nur ein Engländer es fertig brachte, zu versenken.

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